1. NRW
  2. Städte
  3. Meerbusch

Meerbusch: Toter an Gleisen entdeckt

Meerbusch : Toter an Gleisen entdeckt

Ein Lokomotivführer der Linie RE 7 entdeckte Dienstagmorgen um 6 Uhr in Osterath in der Nähe des Bahnübergangs am Görgesheideweg eine leblose Person. Rettungskräfte fanden einen 20-Jährigen tot.

Zufall oder nicht — Dienstagmittag kümmerten sich Fachleute im Auftrag der Bahn um die korrekte Funktion der Halbschranken in Osterath Höhe Meyers-, Görgesheideweg und Viehgasse.

Wenige Stunden zuvor hatte der Lokführer des RE 7 an den Gleisen eine leblose Person entdeckt und sofort die Rettungskräfte verständigt. Wenige Meter hinter dem Bahnübergang Görgesheideweg fanden die Helfer einen jungen Mann mit schweren Verletzungen tot vor. Dabei soll es sich um einen 20-jährigen Meerbuscher handeln, berichtete die Polizei gestern auf RP-Anfrage.

Von welchem Zug der Mann überrollt worden sei, könnten die Ermittler noch nicht sagen, berichtete Stefan Beckmann von der Bundespolizei. Möglicherweise sei das Opfer vom starken Sog eines vorbei rauschenden Zugs unter die Räder geraten. Nachbarn an der Unglücksstelle erzählten, dass der Tote wahrscheinlich den Übergang habe benutzen wollen und dann die wenigen Meter mitgeschleift worden sei.

Über die genaue Unfallursache und über den Grund, warum sich der Mann in Nähe der Gleise aufgehalten habe, konnte die Polizei gestern noch keine Angaben machen. Der Leichnam sei gesichert, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Das weitere Vorgehen hänge von der Ermittlungslage der Polizeibehörde im Rhein-Kreis Neuss ab.

Eventuell komme dann eine Obduktion in Betracht. Derzeit sehe die Polizei keine Hinweise, die auf einen Suizid hindeuten würden. Die Beamten gingen vielmehr von einem tragischen Unglücksfall aus. Die Bahnstrecke war zwei Stunden lang gesperrt. Die Freiwillige Feuerwehr Meerbusch kümmerte sich von 6 bis 8 Uhr um die Ausleuchtung des Fundorts des Toten und war mit 30 Einsatzkräften vor Ort. Die Identität des Opfers war rasch geklärt, der Mann führte nach RP-Informationen seine Ausweispapiere mit sich.

Zeugen, die sachdienliche Hinweise zum Unfallgeschehen machen können, werden gebeten, sich an die zuständige Dienststelle unter der Telefonnummer 02131 - 3000 zu wenden.

Vor dem Hintergrund des tragischen Unglücks warnt die Bundespolizei eindringlich vor dem Betreten der Gleise. In jedem Fall sind die sicheren Unter- und Überführungen zu nutzen, um eine Gefährdung für Leib und Leben auszuschließen. Auch der unmittelbare Aufenthalt an den Schienen birgt eine Lebensgefahr, da herannahende Züge einen starken Sog verursachen können. Oft werden sie darüber hinaus wegen ihrer geringen Geräuschentwicklung und den hohen Geschwindigkeiten erst spät bemerkt.

(RP)