Meerbusch: Tipps von Rheuma-Experten

Meerbusch : Tipps von Rheuma-Experten

Dr. Stefan Ewerbeck und Dr. Thomas Pauly vom Rheinischen Rheumazentrum im St. Elisabeth-Hospital in Lank-Latum waren gestern 60 Minuten lang bei einer RP-Telefonaktion zu erreichen.

Lank-Latum Fast ausschließlich Frauen nutzten gestern die Gelegenheit, die beiden Chefärzte im Rheinischen Rheumazentrum im St. Elisabeth-Hospital in Lank-Latum, Dr. Stefan Ewerbeck und Dr. Thomas Pauly, um medizinischen Rat zu fragen. Die beiden Experten standen am RP-Telefon zur Verfügung, um die Leser zu informieren und zu beraten.

"Es ist nicht weiter verwunderlich, dass so viele Frauen angerufen haben", sagt Dr. Ewerbeck. Viele rheumatische Erkrankungen betreffen kaum Männer. Das habe mit dem Hormonhaushalt der Frauen zu tun. Mit so genannten Basistherapien lasse sich einiges verbessern. Zum Beispiel dann, wenn das Immunsystem Antikörper gegen die eigene Gelenkinnenhaut produziert. "Die Ursachen dafür sind immer noch weitgehend unbekannt", berichtet Ewerbeck. So drehten sich zahlreiche Gespräche um die richtige Dosierung, über den Zeitraum der Einnahme und die Vor- und Nachteile von Cortison. Grundsätzlich sei eine frühe Diagnose wichtig. "Bei mir riefen viele junge Leute an", sagt Dr. Ewerbeck.

Wenn trotz medikamentöser Behandlung spezielle Beschwerden bleiben, kommt der Chirurg ins Spiel. Sonst könnten Nerven eingeengt, Sehnen kaputt gehen, informiert Dr. Pauly. Das gehe soweit, dass Gefühlsstörungen und sogar Lähmungen auftreten, ergänzt er. In solchen Fällen entfernt der bekannte deutsche Kniespezialist entzündete Gelenkinnenhäute oder Schleimhäute.

80 Prozent seiner Anrufer klagten über Knieprobleme. Doch nicht immer, wenn das Knie schmerze, sei auch die Ursache dafür dort auszumachen. Der Grund könne auch in der Hüfte liegen. "Das ist wie mit einem Sender, der ganz irgendwo anders steht, als das Bild auf der Leinwand zu sehen ist", veranschaulicht Dr. Pauly die Problematik. Beschwerden im Kiefergelenk könnten sogar zu Rückenschmerzen führen.

Vielfach schilderten die Anrufer Symptome, die für Dr. Pauly aus der Distanz via Telefon nur schwer zu deuten waren. Doch wenn das Knie "knacke", dann sei es Zeit zu prüfen, ob etwa der Meniskus beschädigt sein könnte. Sonst werde der Knorpel geschädigt, und der wachse nicht mehr nach. Außerdem könne sich die Gelenkflüssigkeit entzündlich verändern und ebenfalls zur Arthrose beitragen.

"Das waren 60 intensive Minuten mit den RP-Lesern", erklärte Sigrid Baum, Kommunikationsbeauftragte für das Rheinische Rheumazentrum. Mit den meisten Anrufern wurde gleich ein Termin vereinbart, um den Ursachen ihrer Beschwerden im St. Elisabeth-Hospital in Lank-Latum an der Hauptstraße in einer Sprechstunde auf den Grund zu gehen.

(RP)