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Meerbusch: Teurer Diesel trifft Spediteure

Meerbusch : Teurer Diesel trifft Spediteure

Die meisten Autofahrer ächzen unter den steigenden Kosten für Benzin. Speditionen, Bus- und Taxi-Unternehmer leiden besonders. Ihre Gewinnspanne wird geringer – und sie können die Ausgaben kaum auf Kunden umlegen.

Natürlich habe er sich schon über Horror-Szenarien Gedanken gemacht. "Wenn die Entwicklung des Benzinpreises so weitergeht, dann müssen wir irgendwann Mitarbeiter entlassen", sagt der Lank-Latumer Peter Frangen. Die acht 40-Tonner seiner Spedition schlucken pro Tag 1400 Liter Diesel – beim aktuellen Preis von 1,54 Euro pro Liter ein teures Geschäft. Noch habe der Spediteur zwar nicht vor, sich von Angestellten zu trennen. "Aber so kann es nicht weitergehen."

Denn der Benzinpreis steigt. Und steigt. Und steigt. Besonders Transportunternehmen leiden. "Wir können die Kosten nicht auf unsere Kunden umlegen", erklärt Frangen. Die würden sich dann einen günstigeren Anbieter suchen. "Wir haben verhandelt, allerdings haben wir gerade einmal die Mehrkosten aus dem vergangenen Jahr ausgeglichen." Und bereits da litt die Branche unter den hohen Rohölpreisen.

Wilhelm Birgels sieht die ständig neuen Rekordpreise als "schamlose Abzocke". Der Geschäftsführer seines eigenen Busunternehmens weiß, dass "viele Kunden Preiserhöhungen nicht mitmachen würden". Reisen nach Österreich und Spanien habe er schon gar nicht mehr im Programm, seine elf Fahrzeuge bleiben aber in der Region für die Rheinbahn im Einsatz. "Auf kurzen Strecken ist der Verlust nicht so verheerend", sagt er. Jeder, mit dem er sich unterhalten würde, verstehe das Problem. "Schließlich bekommen sie die erdrutschartigen Preisschwankungen an den Tankstellen auch mit", sagt er. "Aber es ist in unserer Branche schwierig, Preiserhöhungen durchzusetzen."

Die Taxifahrer im Kreis hoffen, dass sie sich bis zum Sommer auf eine Tariferhöhung einigen können. "Die Gewinnspanne ist wesentlich geringer als im vergangenen Jahr", sagt Taxi-Unternehmer Jürgen Wilms. Der Büdericher leitet die Fahrer an, energiesparender zu denken. "Sie müssen vorausschauender fahren und dürfen das Gaspedal nicht mehr so durchtreten", sagt er. Bei neuen Fahrzeugen würde zwar darauf geachtet, dass sie günstiger im Verbrauch sind. Doch in diese Wagen müsse erst einmal investiert werden.

Auch Peter Frangen schult seine Angestellten. "Statt mit 87 Stundenkilometern sind sie angehalten, auf Autobahnen nur noch 83 oder 84 zu fahren", sagt er. Drei bis vier Prozent an Benzin könne man so sparen. Allerdings sind die Fahrer auch länger unterwegs, wodurch andere Aufträge wegfallen könnten. "Wir müssen uns fragen, ob sich das rechnet", meint Frangen. Ein weiteres Problem sei das zunehmende Angebot an ausländischen Anbietern für innerdeutsche Transporte. "30 Prozent werden bereits von Ausländern, besonders aus Osteuropa, durchgeführt." Da sie geringere Personalkosten haben, sind sie günstiger als deutsche Unternehmen – und verschaffen sich auf diese Weise einen Wettbewerbsvorteil.

(RP/anch)