Tennisturnier in Meerbusch nimmt Fahrt auf

Von Niederlagen und Wetter-Kapriolen : Top-Spieler Sousa, Bellucci und Choinski in den Startlöchern für den dritten Turniertag

Flexibilität gehört zu den Grundtugenden von Tennisspielern und Turnierveranstaltern. So auch beim Challenger Turnier auf der Anlage von SV Grün-Weiß-Rot Büderich. Der Regen am ersten Tag sorgte für einen vollen Terminplan an Tag zwei. Am Mittwoch nimmt das Turnier dann Fahrt auf.

So viel Top-Tennis an einem Tag gab es noch nie in der inzwischen siebenjährigen Geschichte des Tennis-Challenger-Turniers in Meerbusch.

18 Matches sah der Spielplan für den zweiten Turniertag 2019 am Hülsenbusch vor. Wegen des wolkenbruchartigen Gewitters am Montagnachmittag hatten vier Partien nicht zu Ende gespielt werden können. Wie zum Beispiel das Match zwischen dem den 20-jährigen Detmolder Louis Wessels und dem 22-Jährigen Russen Ivan Ghakov. Beim Stand von 7:6 und 5:5 und drei vergebenen Matchbällen von Wessels musste unterbrochen werden. Wie der Detmolder ob der vergebenen Siegchancen geschlafen hat, ist nicht überliefert, aber er hatte beim Wiederbeginn seine Nerven im Zaum und siegte auch im zweiten Satz mit 7:6.

Bei den drei Spielen war die Zusatzbelastung für den Platz nicht sonderlich groß, aber selbst höhere Spielfrequenzen würden den Courts nichts ausmachen. „ATP Supervisor Carl Baldwin hat die Qualität der Plätze ausdrücklich gelobt“, sagt Turnierdirektor Marc Raffel. „Das haben wir Platzmeister Martin Grochla zu verdanken.“ Im Auftrag von Raffel schob der einige Sonderschichten und brachte die rote Asche auf internationales Top-Niveau.

Das nutzte Lokalmatador Henri Squire (Rochusclub Düsseldorf) aber nicht sehr viel. Der 18-Jährige unterlag in der ersten Runde seinem Kontrahenten Julian Lenz mit 1:6 und 3:6. Der Grund ist schnell gefunden. Der gebürtige Düsseldorfer hatte sich vor kurzem einen Muskelbündelanriss zugezogen, konnte zwei Wochen lang nicht laufen und machte erst vergangenen Mittwoch die ersten zarten Trainingsversuche. „Ich war froh, dass ich erst Dienstag mein Erstrundenmatch bestreiten musste. So hatte ich einen Tag mehr zur Rekonvaleszenz und zum Training“, meinte Squire vor seinem Match. Der eine Tag war aber offensichtlich noch zu wenig.

Inzwischen ist auch das Doppelturnier im vollen Gange. Die Topgesetzen Matwe Middelkoop/Roman Jebavy bezwangen in Runde eins Facundo Mena/Alexander Merino mit 7:5, 6:3. Middelkoop (Rochusclub Düsseldorf) hatte mit einem knappen Ergebnis gerechnet. „Wir sind die Nummer eins des Turniers, da sind alle anderen Doppelspieler besonders motiviert, uns ein Bein zu stellen. Und gerade im Doppel kann fast jeder jeden schlagen“, meinte der Niederländer. „Und die meisten haben den Vorteil, sie kennen uns, wir sie aber nicht.“ Middelkoop, der bereits sieben Turniere auf der höherwertigen Grand Prix-Tour gewonnen hat, steht aktuell in der Doppel-Weltrangliste auf Position 52 und spielt normalerweise keine Challenger-Turniere. „Ich wollte noch nicht nach Amerika zur Vorbereitung auf die US Open fliegen. Da lag es nahe, in Meerbusch zu spielen“, so der 35-Jährige. „Die Bundesliga-Saison endete für mich am Sonntag in Krefeld, und Sonntagabend konnte ich schon im Spielerhotel fürs Meerbuscher Turnier einchecken. Besser geht es doch nicht.“

Henri Squire. Foto: RP/Stephan Frings/Mara

Am Mittwoch nimmt das Challenger Turnier am Hülsenbusch auch im Einzel so richtig Fahrt auf, denn die gesetzten Spieler, darunter Sandplatzspezialist Pedro Sousa, Mitfavorit Thomaz Bellucci, der bereits auf Weltranglistenposition 21 stand, und der Mann mit den urgewaltigen Schlägen und Vorjahresfinalist Jan Choinski greifen ins Spielgeschehen ein. Weitere Infos – vor allem wegen des wetterbedingten Spielbeginns – unter www.meerbusch-tennis-open.de

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