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Meerbusch: Tennis im Aufwind

Meerbusch : Tennis im Aufwind

Entgegen des allgemeinen Trends freuen sich die sechs Tennisclubs in Meerbusch wieder über steigende Mitgliederzahlen. Vorreiter ist der TuS TD 07 Lank, der am Wochenende seine neue Beach-Tennisanlage eröffnete.

Nach einem Ballwechsel mit mehr als einem Dutzend Volleys hat Philipp Strecker seinen Gegner in Bedrängnis gebracht. Mit einem Hechtsprung kommt Philipp Neidhart zwar noch an den Ball, doch nun liegt er im Sand und ist gegen den nächsten Schlag machtlos.

Am Boden liegend schnappt Neidhart nach Luft. "Auch wenn es vielleicht nicht so aussieht, aber das ist unheimlich anstrengend", berichtet er nach dem ersten Match auf dem neuen Beach-Tennisfeld des TuS Treudeutsch 07 Lank.

Spezialsand für Beach-Tennis

Mehr als 80 Tonnen feinsten Spezialsand hat der Club dort aufschütten lassen, um die Strandvariante des Weißen Sports anbieten zu können. "Für einen richtigen Court hat der Platz nicht gereicht, aber ich denke, unsere Mitglieder werden sich auch am Beach-Tennis erfreuen", ist Daniel Brunner, zuständig für das Marketing der Tennisabteilung, überzeugt.

Der TuS TD 07 macht vor, wie man es auch in sportlich schwierigen Zeiten schafft, nicht nur Mitglieder zu halten, sondern auch neue dazuzugewinnen. Rund 530 Erwachsene und Kinder sind derzeit im Verein, der aktuell sogar einen Aufnahmestopp verhängt hat.

Von diesen Zahlen können die anderen fünf Tennisclubs in Meerbusch nur träumen. Lediglich der TV Osterath verfügt über ähnliche hohe Mitgliederzahlen. Doch die jüngsten Erfolge von Andrea Petkovic, Nummer 15 der Weltrangliste, und Julia Görges (27.) haben den etwas in die Vergessenheit geratenen Tennissport wieder stark in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt — und davon profitieren auch die Vereine in Meerbusch.

"Das Interesse am Tennis wird dadurch bei den Leuten wieder gefördert", meint Jürgen Jaworski, erster Vorsitzender des TC Strümp. In seinem Club setzt man auf die Karte "Familienerlebnis". "Wir legen Wert darauf, die kompletten Familien im Club einzubinden", erklärt Jaworski. So war es auch nicht verwunderlich, dass jetzt zum Tag der Offenen Tür vor allem auch junge Eltern mit ihren Kindern den Weg zum Vereinsgelände fanden, um dort ein Schnuppertraining zu absolvieren.

Bei GWR Büderich, der sich am Wochenende ebenfalls der Öffentlichkeit vorstellte, sammelten dagegen sowohl Erwachsene als auch Jugendliche ihre ersten Erfahrungen mit Tennisschläger- und bällen.

Bereits vor drei beziehungsweise zwei Wochen eröffneten der TC Bovert, der TV Osterath und der ASV Lank die Sandplatzsaison. Und ein kleiner Aufwärtstrend ist bereits erkennbar. So konnten alle Vereine seitdem einige Neumitglieder auf ihrer jeweiligen Anlage begrüßen.

Das liegt mit Sicherheit auch daran, dass alle Clubs im ersten Jahr eine deutliche geringere Gebühr verlangen, der meist nur knapp die Hälfte des normalen Jahresbeitrags entspricht.

Die goldenen Zeiten im Tennissport sind vorbei, doch vielleicht wird ja gerade eine neue Ära eingeleitet.

(RP)