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Meerbusch: Technik-Umstellung bedroht Kino

Meerbusch : Technik-Umstellung bedroht Kino

Es könnte eine der letzten Vorstellungen sein: Das Kino im Forum Wasserturm zeigt am Dienstag zweimal (17.30 und 20 Uhr) den Film "Wie beim ersten Mal". Die Komödie von Regisseur David Frankel mit Meryl Streep und Tommy Lee Jones in den Hauptrollen erzählt die Geschichte eines Paares, das sich nach 30 Jahren Ehe nach frischem Wind sehnt. Es sind immer besondere Filme, die das kleine Neusser Hitch-Kino einmal pro Woche in seiner Meerbuscher "Außenstelle" präsentiert: Filme von besonderer Qualität, im Inhalt wie in der Machart. Das ist das spezielle Hitch-Konzept – das die Meerbuscher zu schätzen wissen. Mit einem Schnitt von bis zu 70 Zuschauern pro Vorstellung ist das Angebot gefragter, als manch einer glaubt. Weil die Filmindustrie jetzt von analoger auf digitale Abspieltechnik umstellt, sind die Kino-Tage in Meerbusch aber womöglich gezählt.

Es könnte eine der letzten Vorstellungen sein: Das Kino im Forum Wasserturm zeigt am Dienstag zweimal (17.30 und 20 Uhr) den Film "Wie beim ersten Mal". Die Komödie von Regisseur David Frankel mit Meryl Streep und Tommy Lee Jones in den Hauptrollen erzählt die Geschichte eines Paares, das sich nach 30 Jahren Ehe nach frischem Wind sehnt. Es sind immer besondere Filme, die das kleine Neusser Hitch-Kino einmal pro Woche in seiner Meerbuscher "Außenstelle" präsentiert: Filme von besonderer Qualität, im Inhalt wie in der Machart. Das ist das spezielle Hitch-Konzept — das die Meerbuscher zu schätzen wissen. Mit einem Schnitt von bis zu 70 Zuschauern pro Vorstellung ist das Angebot gefragter, als manch einer glaubt. Weil die Filmindustrie jetzt von analoger auf digitale Abspieltechnik umstellt, sind die Kino-Tage in Meerbusch aber womöglich gezählt.

Die klassische Filmrolle hat bald ausgedient. Kinofilme werden in Zukunft nur noch auf verschlüsselten Festplatten herausgegeben. Foto: Andreas Woitschützke

Konkret heißt das: Die klassische Filmrolle hat bald ausgedient. Kinofilme werden in Zukunft nur noch auf verschlüsselten Festplatten herausgegeben. Schon jetzt erscheinen viele neue Filme nur noch digital. Die Programmkinos erhalten für die Umrüstung Zuschüsse von der Film- und Medienstiftung NRW, die sie aber nicht für ihre Außenstellen einsetzen dürfen. Die nicht unerheblichen Kosten für eine Umrüstung müsste die Stadt übernehmen. Und in Zeiten einer leeren kommunalen Kasse ist das ein Problem.

Allein die Umbau- und Anschaffungskosten für das Neusser Haus taxiert Hitch-Betreiber Detlef Ritz auf rund 70 000 Euro. Für ein kleines Kino wie das Hitch ist eine solche Investition schwer zu stemmen. "Wir bekommen zwar Fördergelder, müssen einen Großteil der Summe aber vorfinanzieren", sagt Ritz. "Ohne Unterstützung von außen, zum Beispiel von der Sparkasse Neuss, könnten wir dichtmachen."

In Lank-Latum bietet das Hitch immer dienstags zwei Vorstellungen an. Bisher laufen die Filme über einen alten Projektor. Das Programm würde Ritz gerne aufrechterhalten. Die Kosten für die neue Technik schätzt er auf mindestens 35 000 Euro, genau kann er es aber noch nicht sagen.

Für den Laien ausgedrückt müsste neben dem Beamer ein "Tower" ähnlich dem Computer angeschafft werden, in den die Festplatten mit dem Film eingesteckt werden. Der Tower entschlüsselt die Festplatte und registriert für die notwendigen Lizenzen, wann, wo und wie oft der Film gezeigt wurde. "Es gibt nur sechs Firmen in Deutschland, die eine solche Technik anbieten. Durch die große Nachfrage zurzeit gibt es da auch keine günstigeren Angebote", sagt Kaarsts Kulturmanager Klaus Stevens.

Zwei Möglichkeiten gäbe es, die Investitionskosten zu senken, doch beide hätten Nachteile. Das Hitch betreibt neben Meerbusch weitere Außenstellen in Kaarst und im Jugendzentrum Düsseldorf-Garath. Als Partner könnten die drei Kommunen eine gemeinsame Abspieltechnik kaufen. Die gesamte Gerätschaft wiegt allerdings mehr als 60 Kilogramm und müsste jedes Mal neu justiert werden. "Das kann man in Ausnahmefällen machen, aber für den Alltagsgebrauch raten die Lieferfirmen davon ab", sagt Stevens.

Zweite Möglichkeit: Es wird eine Heimkinoanlage mit DVD-Spieler und Beamer angeschafft. "Dann allerdings können keine aktuellen Filme mehr gezeigt werden", sagt Ritz. "Die Filmverleihe bringen keinen Film auf Blue Ray oder DVD raus, solange er noch im Kino läuft."

Ein Vorteil der neuen Technik sind die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten. "Die Anlage kann an die Satellitenanlage und das Internet angeschlossen werden. Dann könnten wir das Angebot erweitern und zum Beispiel Konzerte oder Fußballspiele zeigen", sagt Ritz. Zum Kulturausschuss im Februar möchte er das Thema auf die Tagesordnung bringen. Die alte Technik, sagt Ritz, laufe im AEF noch bis Ende März.

(RP/ac)