Meerbusch : Tatort Kabarett

Die Stadt setzt ihre erfolgreichen Kleinkunst- und Kabaretttage fort. Bert Müllejans zog Bilanz für dieFrühjahrsreihe und stellte die Künstler der Herbstreihe vor.

Lank-Latum Ente holt Münchener Tatort-Kommissar nach Meerbusch: So lässt sich kurz und knapp die Verpflichtung des Schauspielers Michael Fitz für ein Konzert am 12. Oktober ab 20 Uhr im Forum Wasserturm in Lank-Latum an der Rheinstraße 10 beschreiben. Denn Bert Müllejans ist nicht nur eine Spürnase für aufstrebende Talente, sondern auch ein Pragmatiker mit viel Humor. Und so nutzte der erfolgreiche Organisator der Kleinkunst- und Kabaretttage die Falschmeldung eines Monatsmagazins quasi als Trendforschung. Der irrtümlich angekündigte musikalische Auftritt des Partners der ARD-Ermittler Franz Leitmayr und Ivo Batic wurde so stark beim Kulturamt der Stadt nachgefragt, dass Müllejans ihn nun tatsächlich unter Vertrag genommen hat.

Fitz tritt mit seinen Musikern unter dem Titel "Ans Liacht" im Zusatzprogramm zur neuen Herbstreihe der Kleinkunst- und Kabaretttage auf. Dort finden sich weitere namhafte Künstler wie das Improvisationstheater Springmaus (14. Mai und 10. Dezember), Guido Cantz (21. Mai), Wilfried Schmickler (22. und 23. Juni), Oliver Steller (18. November), Kalle Pohl (25. November), Tierra Negra (3. Dezember) sowie Pause + Alich alias Fritz und Hermann (9. Dezember).

Für die eigentliche Herbstreihe hat Müllejans diesmal kein neues Gesicht verpflichtet. Einige sind sogar Stammgäste im Forum Wasserturm: Dazu zählt auch Frank Lüdecke mit seinem Programm "Die Kunst des Nehmens". Der vielfach preisgekrönte Akteur des "Satire-Gipfels" und aus "Scheibenwischer" gastiert am 7. und 8. September in Lank-Latum.

Seine Vorliebe für die kleine Spielstätte in Meerbusch beweist einmal mehr Arnulf Rating, der für den 21. und 22. September zur Premiere seines Stücks "Leistung lohnt sich" einlädt. Rating berichtet aus dem Land, in dem die "Aufzucht von Schweinen mehr abwirft als die Aufzucht von Kindern".

Zum "Reis Parteitag" bittet der vielgepriesene und scharfzüngige Wortakrobat Thomas Reis am 2. und 3. November. Die Zeit beschrieb den Kabarettisten als eine "bizarre Mischung aus Kafka, Heine und Gene Kelly".

Nach rund zwölfmonatiger Bühnenabstinenz fragt Matthias Deutschmann "Deutsche, wollt Ihr ewig leben". Für den intensiven Beobachter politischer Realitäten ist es höchste Zeit, sich den Deutschen Zirkus mit seinen Dompteuren, Nationalakrobaten und Pausenclowns am 23. und 24. November mal näher anzusehen.

Ganz ohne Worte kommen zwei Senkrechtstarter aus der Schweiz am 7. und 8. Dezember aus. "Schreibhals" heißt das Programm von "Ohne Rolf", das mit rund 1000 Postern und knappen, gedruckten Sätzen auskommt. Sprechen heißt bei "Ohne Rolf" blättern.

Den Schlusspunkt der Herbstreihe setzt Christoph Sieber am 21. und 22. Dezember. In Zeiten, in denen nicht nur Politikverdrossenheit immer weiter um sich greift, sondern auch die Politiker genug vom Bürger haben, zeigt er in seinem neuen Programm "Alles ist nie genug", dass in jeder Aussage, in jeder Tat eine wundervolle Komik steckt, über die es sich zu lachen lohnt.

Vorverkauf Abonnements gibt's zum Preis von 66 Euro, Einzelkarten für 17 bis 22 Euro (je nach Termin) beim städtischen Kulturbüro unter 02159/916251 sowie in den Meerbuscher Buchhandlungen und im Bistro am Wasserturm in Lank-Latum.

(RP)