Meerbusch : Tatort Autohaus

Professionelle Ersatzteildiebe haben zum zweiten Mal in vier Wochen in einem Meerbuscher Autohaus zugeschlagen. Schaden diesmal: rund 100 000 Euro durch Ausbau von 54 Airbags und reihenweise zertrümmerte Scheiben.

"Das waren Profis. Es deutet alles auf einen Auftragsdiebstahl hin", meint Jörg Schellenberg. In der Nacht zu Dienstag haben brachiale Ersatzteildiebe das Büdericher Suzuki-Autohaus Krüger und Schellenberg an der Böhlerstraße heimgesucht.

Sie schlugen die Scheiben von 27 auf dem Gelände abgestellten Autos ein und bauten Fahrer- und Beifahrerairbags aus. Insgesamt erbeuteten sie 54 Airbags. Den Schaden schätzen die Autohaus-Geschäftsführer auf 80 000 bis 100 000 Euro. Von den Kriminellen fehlt jede Spur.

Navi-Diebstahl in Osterath

Kein Einzelfall: Am ersten Dezemberwochenende hatten Navi-Diebe nach Polizeiangaben erheblichen Sachschaden auf dem Gelände eines Autohandels an der Breite Straße in Osterath angerichtet. Die Täter hatten dort neun VW-Passat und VW-Tiguan aufgebrochen. Daraus entwendeten sie sieben fest eingebaute Navigationsgeräte. Im März montierten Unbekannte auf dem Gelände eines Autohauses an der Otto-Hahn-Straße in Osterath alle vier Reifen mitsamt Felgen eins Audi A6 ab.

Nach zwei Unbekannten, die am 5. September 2010 aus Autos auf dem Gelände eines Osterather Autohandels Navis und Xenon-Scheinwerfer gestohlen haben sollen, fahndet die Polizei seit Monaten mit Bildern einer Überwachungskamera.

Kameras gibt es beim Büdericher Suzuki-Autohaus auch. Ob Aufnahmen der Täter gespeichert sind, wird gerade geprüft. Die Kriminellen kannten sich vor Ort offenbar gut aus. "Sie müssen eine Leiter dabei gehabt haben", sagt Schellenberg. Denn die Kabel der in 4,50 Meter Höhe angebrachten Kameras waren durchschnitten.

Der Diebstahl und die Beschädigungen der 27 Fahrzeuge werden den Betrieb des Autohauses für die nächsten Tage erheblich behindern. Nicht nur verkaufsbereite Wagen wurden ausgeschlachtet — auch aus den Vorführwagen und drei Autos, die zur Reparatur in der Werkstatt standen, wurden die Airbags gestohlen. Die Firma ist zurzeit damit beschäftigt, schnellstens für Ersatz und Reparaturen zu sorgen.

Der Handel mit gebrauchten Airbags im Internet floriert. Eine Möglichkeit, den Weg der Ware zurückzuverfolgen — wie bei Autos anhand der Fahrgestellnummer — besteht bei den Ersatzteilen mangels Kennzeichnung nicht.

2000 Euro Belohnung ausgelobt

Für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, hat das Autohaus eine Belohnung von 2000 Euro ausgesetzt. Jörg Schellenberg hofft, dass die Kriminellen während der Tat jemandem aufgefallen sein könnten, schließlich dürfte für den Transport der 54 ausgebauten Airbags ein größeres Fahrzeug nötig gewesen sein.

(RP/rl/jco)