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Meerbusch: Tante Lieske begeistert ihr Publikum

Meerbusch : Tante Lieske begeistert ihr Publikum

Das Lotumer Buretheater feierte gestern mit seiner Komödie "Tante Lieske — lot dat sin" Premiere in Lank-Latum. Die rheinische Komödie stammt aus der Feder von Karl Schmalbach, dem kürzlich verstorbenen Gründer des Theaters

Ein lautes "Fiiienchen" tönte mehrmals durch den Saal, und schon hatte Tante Lieske das Publikum nach den ersten Sekunden auf ihrer Seite. Gestern Abend feierte das Lotumer Buretheather eine gelungene Premiere seines Stücks "Tante Lieske –lot dat sin" im Forum Wasserturm in Lank-Latum.

Mit einem gelungenen Wechselspiel zwischen Mundart und Hochdeutsch erzählten die Darsteller nicht nur eine spannende Geschichte aus dem Leben einer älteren und temperamentvollen Dame, sondern brachten die etwa 150 Zuschauer mit erfrischendem Humor auch immer wieder zum Lachen.

Sie war laut, aufbrausend und manchmal sogar frech. Doch mit ihrer lustigen und irgendwie auch authentischen Art kam Angela Pütz beim Publikum an. Sie spielte die ganz besondere Rolle von Tante Lieske und erarbeitete sich schon nach den ersten Szenen große Sympathien. Dabei amüsierte sie ihr Publikum nicht nur durch ihr ständiges Klagen, ihr hemmungsloses Selbstmitleid und ihre trotzigen Sprüche, sondern auch durch eine Mimik und Gestik, die bestens ihrer Rolle entsprach.

Eine verbitterte alte Frau, die sich nach früheren Jahren zurücksehnt, nicht alleine sein kann und mit nichts und niemandem zufrieden ist. Genau diese Art war es, mit der sie "Fiiienchen" immer wieder auf die Palme brachte. Finchen, gespielt von Gerda Paas, war ihre Nichte, die zusammen mit ihrem Gatten Jupp (Robert Paas) bei Liske wohnte. Und Liske machte den beiden das Leben gehörig schwer. Sie mussten sich nicht nur mit den ständigen Nörgeleien herumschlagen, sondern wurden auch regelmäßig daran gehindert, diesen Nörgeleien zu entfliehen und in den Urlaub zu fahren. Jedes Mal, wenn ein Auslandsaufenthalt geplant war, erkrankte Tante Lieske scheinbar lebensgefährlich. "Die hat nur Reisefieber", erkannte Nichte Finchen aber schnell. Als deshalb eines Tages erneut eine Reise ins Wasser zu fallen droht, fährt Jupp alleine in den Urlaub – genauer in die Türkei. Dort wird Jupp entführt, was dazu führt, dass Tante Lieske ein anderes Gesicht zeigt und ihre wahren Qualitäten hervorruft. Im Stile eines Profi-Ermittlers deckt sie den Fall auf.

Diese krimiartige Erzählung wurde in den kurzen Pausen zwischen den vier Akten treffenderweise mit der Titelmusik des rosaroten Panthers unterlegt. Doch nicht nur die Musik war stimmig – auch Bühnenbild (von Günther Margielsky) und Kostüme wussten zu überzeugten. Der altmodische und in die Jahre gekommene Stil spiegelte bestens das Landleben wider, mit dem man unausweichlich das rheinische Idiom verbindet. Und genau diese Absicht – die Mundart am Leben zu halten und in die Köpfe der Leute zu rufen – war auch der Grundgedanke dieser rheinischen Komödie des kürzlich verstorbenen Karl Schmalbach.

Der Autor des Stücks war zugleich Gründer des Lotumer Buretheather. Zur gestrigen Premiere waren seine drei Kinder allesamt anwesend. Ein lautstarker Applaus des Publikums zu seinen Ehren untermauerte, welche wichtige Rolle Schmalbach nach wie vor im Lotumer Buretheather einnimmt.

Seine Rolle als Regisseur übernahm gestern Abend Peter Pütz. Womit es zu einer weiteren Premiere kam, denn Pütz hatte zuvor noch nie allein Regie geführt.

Nach diesem gelungenen Debüt wird das aber sicherlich nicht sein letztes Stück gewesen sein.

(RP)