Meerbusch: Stromkonverter: Meerbusch hofft auf Alternativen

Meerbusch: Stromkonverter: Meerbusch hofft auf Alternativen

Lange nannte Amrion Osterath als Standortbereich "alternativlos". Heute will die Firma Alternativen präsentieren

Sie haben nichts unversucht gelassen: Menschenketten gebildet, Tausende Stellungnahmen an die Bundesnetzagentur geschickt, Podiumsdiskussionen veranstaltet, Anwälte eingeschaltet: Als der Stromnetzbetreiber Amprion vor knapp zwei Jahren bekanntgab, auf einem Feld am Ingerweg in Osterath werde im Zuge der Energiewende ein gigantisch großer Stromkonverter gebaut, wehrten sich die Meerbuscher. "So dicht an die Wohnbebauung gehört keine großindustrielle Anlage" wiederholen Vertreter der Initiative gegen den Doppel-Konverter Osterath gebetsmühlenartig.

Der Protest hat zwar den Standort Osterath nicht aus dem Rennen genommen, aber zumindest wurden die Verantwortlichen im Bundestag sensibilisiert: Der geplante Stromkonverter muss zwar ans Osterather Umspannwerk angeschlossen werden - aber der Konverter selbst könne auch außerhalb Meerbuschs gebaut werden, beschlossen die Politiker.

Stromnetzbetreiber Amprion hat vor einem halben Jahr mit gut einem Dutzend Kommunen aus dem Rheinland auf freiwilliger Basis einen Kriterienkatalog erarbeitet, was bei der Standortsuche zu berücksichtigen ist. Heute Nachmittag nun will der Konzern die Ergebnisse der Standortsuche öffentlich präsentieren. RP Online berichtet ab 14.30 Uhr live.

"Ich bin sehr gespannt, was Amprion präsentieren wird, und hoffe, dass wir dann endlich Klarheit haben", sagt Astrid Linn. Sie hatte den Protest vor knapp zwei Jahren ins Rollen gebracht und die Initiative mitgegründet. Die betroffenen Kommunen wird Amprion bereits am Vormittag informieren. Heiko Bechert, Fachbereichsleiter Umwelt der Stadt Meerbusch, war gestern vorsichtig optimistisch: "Eine entsprechende Untersuchung gab es auch bei der Suche nach einem Konverterstandort in Philippsburg." Die höchste Eignung hatte dort laut Gutachterbüro EMR ein Standort am Kernkraftwerk Philippsburg. Die Gutachter begründeten das mit der Nähe zum Netzverknüpfungspunkt, der Flächenverfügbarkeit und - aus Akzeptanzgründen. Bechert: "Ich hoffe, das diese Tendenz auch für uns kommt." Amprion beschäftigt ebenfalls das Büro ERM. "Persönlich wäre ich enttäuscht, wenn Amprion erklären würde, Osterath wäre der bestgeeignete Standort in der ganzen Region", sagte Bechert. "Ich glaube, die Bedenken, die wir vorgetragen haben, zeigen deutlich, dass es günstiger geeignete Standorte als Osterath gibt."

(RP)
Mehr von RP ONLINE