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Meerbusch: Streitfall Lanker Markt

Meerbusch : Streitfall Lanker Markt

Die Rheinische Post kommt heute um 15 Uhr mit ihrer Mobilen Redaktion auf den Alten Markt nach Lank-Latum. Themen: Das umstrittene "Olivenbaumverbot" und der illegale Lkw-Verkehr quer durch den Ort.

Lank-Latum sorgt mit seinem historischen Alten Markt immer wieder für Schlagzeilen. Das Doppeldorf hat zwar den schönsten Ortskern von ganz Meerbusch; aber wie es mit dem zentralen Platz weitergehen soll, ist unklar. Die RP-Redaktion Meerbusch kommt heute von 15 bis 16 Uhr auf den Alten Markt, um mit Bürgern zu reden und Anregungen aufzunehmen, wie der Platz noch schöner werden kann.

Weiter Platz ohne Grünkübel: Der Lanker Markt nach Abtransport der Olivenbäume. Foto: UD

Die Lage: Das größte Lokal am Ort, die traditionsreiche Alte Weinschenke steht seit einigen Wochen leer — ein neuer Pächter ist nicht in Sicht. Der Versuch von Gastronomen und einem Gartencenter, durch Aufstellung von Olivenbäumchen am Platz mediterranes Flair nach Lank zu holen, erfreute zwar viele Bürger und Touristen — aber nicht die Stadt. Die Verwaltung sah durch Form, Farbe und Dimension der Pflanzkübel "die Optik des öffentlichen Straßenraums erheblich und unzumutbar beeinträchtigt". Hinzu kam, dass an den Kübeln Schilder des Ilvericher Gartencenters Wantikow angebracht waren. Die Stadt vermutete eine genehmigungspflichtige Werbeanlage und erzwang durch Androhung einer Ordnungsverfügung im Juni den umgehenden Abtransport der 17 Pflanzkübel. In der Bürgerschaft war daraufhin schnell von der "Posse von Lank" die Rede. In der RP häuften sich spöttische Leserbriefe gegen das städtische "Olivenbaumverbot". Im Spätsommer könnte es nun einen neuen Anlauf zur Aufstellung der Bäumchen geben. Diesmal in Absprache mit Stadt, Gastronomen und Gartencenter. Denn ganz fremd sind Olivenbäume als Staudengewächse am Niederrhein keinswegs, wie Planungsdezernent Just Gérard zugesteht.

Unzufrieden sind viele Anwohner der quer durch Lank laufenden Uerdinger Straße. Die wird weiter ordnungswidrig von Krefelder Hafenlastern als Abkürzung von und zur Autobahn 57 genutzt. Die Folgen sind Lärm und von Meerbusch zu bezahlende Schäden an Fahrbahnen, vor allem in den Kreisverkehren. Die Politik hatte 2011 eigens ein Stück der Uerdinger Straße für Lkw gesperrt und eine Umfahrung über die Straße In der Loh eingerichtet. Der illegale Lkw-Verkehr ging kurz danach um etwa ein Drittel zurück. Anwohner haben jedoch inzwischen den Eindruck, dass die Wirkung völlig verpufft und das Durchfahrtsverbot wieder fast komplett ignoriert wird. Der Plan der Verwaltung, Kreisel-Fahrbahnen durchgehend zu aspaltieren (bislang bestehen sie aus Asphalt und Pflaster), um Schäden zu minimieren, sorgt bei vielen Bürgern zusätzlich für Verwunderung.

(RP)