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Meerbusch: Streit um teuersten Parkplatz

Meerbusch : Streit um teuersten Parkplatz

Eine Alternative zu den geplanten 25 Stellplätzen in der Nähe des Deutschen Ecks hat die Verwaltung nie überprüft. Jetzt soll sie Gespräche mit der Firma Wipro aufnehmen. Auf deren Gelände stehen mehr als 100 Stellplätze leer.

Mit Verwunderung haben die Mitglieder des Bauausschusses in der jüngsten Sitzung zur Kenntnis genommen, dass die Verwaltung in den vergangenen Jahren nie geprüft hat, ob es eine Alternative zum Bau des rund 270 000 Euro teuren Parkplatzes an der Düsseldorfer Straße in der Nähe des Deutschen Ecks gibt. Im Herbst soll – mehr als zwei Jahrzehnte nach dem Aufstellen des Bebauungsplanes – mit dem Bau begonnen werden (RP berichtete exklusiv). Durch die zahlreichen Geschäfte am Deutschen Eck gibt es in dem Gebiet einen sehr hohen Parkdruck.

Anbindung ist schwierig

Den Bericht unserer Zeitung nahm die Zentrumspartei zum Anlass, im Ausschuss mit sofortiger Wirkung einen Sperrvermerk über die für den Parkplatz im Haushalt eingestellten Mittel zu beantragen. Wie unsere Zeitung schrieb, ist die Zu- und Abfahrtsregelung nach wie vor ungeklärt, ein Linksabbiegeverbot von beiden Fahrtrichtungen aus wahrscheinlich. Diese Darstellung bestätigte die Stadtverwaltung im Ausschuss.

"Es kann doch nicht sein, dass ein Bauantrag durchgeht, wenn wesentliche Fragen nicht geklärt sind", sagte Carl Shroeter (Zentrum). Er befürchte eine weitere Verschlechterung des Verkehrsflusses auf der Düsseldorfer Straße. "Planungsrechtlich ist das durch", hieß es von Seiten der Verwaltung. Die Anbindung an die Düsseldorfer Straße könne später entschieden werden. Im Ausschuss wurde die Frage laut, ob die Stadt nicht die Parkplätze der Firma Wipro übernehmen könne. Das indische IT-Unternehmen war vergangenes Jahr in die Räume der Citibank gezogen, betreibt dort ein Rechenzentrum. Mehr als 100 Parkplätze auf dem Gelände direkt am Deutschen Eck stehen derzeit leer. Planungsdezernent Just Gerard erklärte, dass die Verwaltung mit dem Inhaber der Parkplätze bislang keine Gespräche geführt habe.

"Warum fragt die Stadt dort nicht an? An mehr als 100 leer stehenden Parkplätzen kann man doch nicht einfach vorbeigehen!", sagte Heidemarie Niegeloh (SPD). Auch Mike Kunze (CDU) sprach sich dafür aus, dass die Verwaltung mit dem Eigentümer Gespräche aufnimmt. Doch auch der Bau der 25 Parkplätze solle vorangetrieben werden, so Kunze. Er schätzt den Kauf der Wipro-Parkplätze als zu teuer ein. Achim Raschke, Standortmanager der Wipro, erklärte auf Anfrage: "Die Parkplätze wollen wir natürlich für potenzielle Arbeitsplätze vorhalten." Das Unternehmen plant mittelfristig mehr als 100 neue Jobs.

(RP)