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Meerbusch: Streit um Pläne fürs Ostara-Gelände

Meerbusch : Streit um Pläne fürs Ostara-Gelände

Baudezernent: "Der Investor hält sich nicht an den Bebauungsplan" — der weist den Vorwurf zurück.

Das größte städtebauliche Projekt Meerbuschs, die Bebauung des brachliegenden Ostara-Geländes, wird sich voraussichtlich erneut verzögern. "Die vom Projektentwickler eingereichten Unterlagen stimmen nicht mit dem Bebauungsplan überein", sagt Baudezernent Just Gérard. "Ein entsprechender Bauantrag wäre so nicht genehmigungsfähig."

Der Investor, die Oberhausener Carat Grundstücks-Entwicklungsgesellschaft mbH, reagierte gestern verwundert. Geschäftsführer Bernd-Martin Koch erklärt: "Noch Ende Januar haben wir unsere Pläne der Verwaltung erläutert. Hätte es da gewichtige Bedenken gegeben, müssten die ja im Protokoll der Sitzung stehen. Das tun sie aber nicht. Wir sind einvernehmlich auseinandergegangen." In den eingereichten Bauanträgen seien die Architekten stets in den Baufeldern geblieben.

Koch räumt ein, dass es "ein paar Differenzen bezüglich Stellplätzen" gebe. "Wir haben an einer Stelle zwei Stellplätze zu viel und an einer anderen zehn zu wenig. Das ist für mich bei einem Projekt dieser Größenordnung mit einem mehr als 10 000 Quadratmeter großen Grundstück aber nur marginal." Sein Unternehmen erfülle den städtebaulichen Vertrag voll und ganz. "Zwölf Jahre hat das Verfahren jetzt schon gedauert. So naiv kann doch kein Mensch sein und jetzt gegen die gemachten Auflagen verstoßen."

Genau das aber wirft die Stadtverwaltung dem Investor vor. "Die aktuell eingereichten Pläne bestätigen diese Aussage des Investors nicht", sagt Gérard. Häuser seien anders gesetzt worden als vertraglich geregelt, es seien auch neue Flurstücke zugeschnitten worden, zudem stimme die Erschließung nicht. Im März hatte nach langen kontroversen Diskussionen der Stadtrat der Bebauung des Ostara-Geländes zugestimmt. Dort sollen neben einem großen Edeka-Markt auch 220 Wohnungen entstehen. Die baulichen Vorgaben sind im Bebauungsplan und in einem städtebaulichen Vertrag genau geregelt.

"Der vom Stadtrat verabschiedete Gestaltungsplan ist kein Vorschlag, sondern verbindlich", erläutert Gérard. "Er geht sehr ins Detail. Darin ist beispielsweise die Verteilung der Baukörper genauestens geregelt, darin sind fast schon die Grundrisse festgelegt. Abweichungen davon können wir nicht genehmigen." Das ginge nur, wenn die Politik dem zustimme. "Zunächst müssten die Entwürfe im Planungsausschuss, dann im Stadtrat diskutiert und verabschiedet werden. Mit einem solchen Vorgehen verliert der Investor nur Zeit. Er wäre schneller fertig, wenn er sich ganz genau an den Bebauungsplan hält."

Die Firma Carat war eigentlich davon ausgegangen, dass nach der Genehmigung durch die Stadt noch Ende März die EU-weite Ausschreibung erfolgen könnte. Danach sah es nun gestern nicht mehr aus. "Der Investor hat Gesprächsbedarf angemeldet", erklärte Gérard. Das Treffen soll innerhalb der nächsten 14 Tage stattfinden.

(RP/rl)