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Meerbusch: Streit um Pfingstgottesdienste

Meerbusch : Streit um Pfingstgottesdienste

Der katholische Pfarrer Norbert Viertel hat die Ankündigung der traditionellen ökumenischen Pfingstgottesdienste aus dem Pfarrbrief gestrichen. Das evangelische Presbyterium reagierte bestürzt - und sagte die Veranstaltungen ab

Erstmals seit mehr als 20 Jahren wird es an Pfingstmontag in Meerbusch keine gemeinsam gefeierten Gottesdienste von Katholiken und Protestanten geben. Angehörige beider Konfessionen sind bestürzt.

Der Pfarrer der Pfarrei Hildegundis von Meer, Norbert Viertel, hatte, wie er am Donnerstagabend in einer Gemeinderatssitzung erklärte, die Ankündigungsartikel zweier Pfarrmitglieder für die traditionellen Gottesdienste aus dem Pfarrbrief streichen lassen. Grund: "Es wurde versäumt, die Veranstaltungen bei unserer Jahresplanung im Oktober vergangenen Jahres anzukündigen", so Viertel. Sie seien deshalb von der Gemeindeleitung bei der Planung der Pfingstgottesdienste nicht berücksichtigt worden. "Offensichtlich haben sich Menschen aus unserer Gemeinde nicht an Regeln gehalten", erklärte der Pfarrer in der Sitzung. "Jetzt müssen wir als Verantwortliche die Scherben aufkehren, die die Verfasser der Ankündigungen verursacht haben, weil sie sich nicht an Absprachen gehalten haben."

Viertel gab an, er habe erst beim Korrekturlesen des Pfarrbriefs kurz vor Drucklegung des Pfarrbriefs erfahren, dass die ökumenischen Gottesdienste für Pfingstmontag geplant gewesen seien und kritisierte, dass die Planung ohne Rücksprache mit ihm erfolgt sei. Diese Aussage sorgte bei den Gästen der Sitzung für Verwunderung. Seit mehr als 20 Jahren gehören die ökumenischen Gottesdienste in Lank sowie das Drei-Gemeindenfest von St. Franziskus, St. Pankratius und Versöhnungskirche zur Tradition in Meerbusch. "Ich bin seit 22 Jahren Pfarrerin in Meerbusch", erklärte gestern Heike Gabernig. "Als ich damals kam, gab es diese Gottesdienste schon."

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Viertel wurde in der Sitzung vorgeworfen, er sei sehr wohl schon weit früher über die geplanten ökumenischen Gottesdienste informiert gewesen, beispielsweise über Protokolle des Arbeitskreises Ökumene. Dies wies der Pfarrer als "Unterstellung" zurück.

An Pfingstmontag nun wird es keine ökumenischen Gottesdienste in Meerbusch geben. "Ich bedaure das sehr", sagte Gabernig. "Uns ist die Ökumene sehr wichtig; wir stehen weiterhin auf allen Ebenen zur Ökumene."

Das Presbyterium habe entschieden, nun statt des ökumenischen Gottesdienstes, der in diesem Jahr in St. Stephanus hätte stattfinden sollen, einen evangelischen Gottesdienst in der Versöhnungskirche zu feiern. Gabernig: "Jeder ist herzlich eingeladen."

(RP)