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Meerbusch: Streit um den Strümper Sportplatz

Meerbusch : Streit um den Strümper Sportplatz

Mit Millionen Steuergeldern hat die Stadt den Kunstrasenplatz in Strümp errichtet. Doch die Öffentlichkeit kommt nicht auf die Sportanlage am Fouesnantplatz. Das aber hat die Stadt ihren Bürgern versprochen

Als Frank und Verena Müller* vor fast sechs Jahren von Büderich nach Strümp zogen, hatten sie vor allem ihre Kinder im Blick. "Hier haben wir durch die nahe gelegene Grundschule, das Gymnasium, die Musikschule, den Fußballplatz und den Sportplatz am Meerbusch-Gymnasium ein optimales Umfeld gesehen", erklärt Frank Müller. Was aber Fußball- und Sportplatz anbelangt, lief es aus seiner Sicht in den vergangenen Monaten gar nicht optimal."Seit der Fertigstellung des Kunstrasenplatzes sind auch die benachbarten Sportplätze wie das Basketballfeld oder das Beachvolleyballfeld nicht mehr für die Öffentlichkeit nutzbar, weil der Zugang neben der Sporthalle des Gymnasiums nachmittags, am Wochenende und in den Ferien abgeschlossen ist", sagt er.

Und wer als Privatperson den Sportplatz nutzen wolle, sei von Mitgliedern des SSV verscheucht worden. "Letzte Woche war unser Nachbar mit seinen Töchtern auf dem Weg zur 100-Meter-Bahn, die direkt neben dem neuen Kunstrasenplatz liegt. Dort wurde er wohl von einem Herrn des SSV Strümp angesprochen, was er denn da zu suchen habe", schildert Verena Müller. Ähnliche Erfahrungen hätten auch ihre eigenen Kinder sammeln müssen.

So ist es aus Sicht der Stadt nicht vorgesehen. "Die Widmung der Außensportanlage des Städtischen Meerbusch-Gymnasiums sieht vor, dass die Außensportanlage als Spiel- und Aufenthaltsfläche für Kinder- und Jugendliche freigegeben ist", erklärte Stephan Benninghoven vom Fachbereich Sport den Müllers per E-Mail. Und: "Den SSV Strümp habe ich nochmals darauf hingewiesen, dass eine sportliche Nutzung durch Einzelne gewährleistet sein muss."

Grundsätzlich genieße der SSV Strümp im Rahmen des Benutzungsplanes das Vorrecht zu bestimmten Nutzungszeiten für die Sportanlage. "Außerhalb dieser Nutzungszeiten ist es selbstverständlich jedermann gestattet, die Sportanlage zu nutzen", so Benninghoven.

SSV-Präsident Karl-Heinz Rütten sieht in dieser Regelung aber Probleme: "Natürlich haben wir während der Osterferien die Anlage abgeschlossen, weil wir in der Ferienzeit keine Aufsicht gewährleisten können." Ebenso schließe der Verein die Anlage ab, wenn die täglichen Trainings beendet seien. "Wenn die Stadt verlangt, dass die Anlage während der Schulferien von 9 bis 20 Uhr geöffnet sein muss, können wir unter dieser Voraussetzung unseren Vertrag nicht erfüllen", sagt Rütten. In Osterath oder Lank seien die Sportplätze außerhalb der Trainingszeiten ebenfalls abgeschlossen. "Die Stadtverwaltung will nun noch einmal die Regelung überdenken", sagt Rütten.

Müller erklärt: "Wir finden es natürlich auch schade, dass der Kunstrasenplatz kurz nach Fertigstellung mutwillig beschädigt wurde, aber das kann doch nicht heißen, dass nun niemand mehr die Sportplatzanlage außerschulisch und außerhalb des SSV Strümp nutzen kann."

* Name geändert

(RP/rl/EW)