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Meerbusch: Streit um Alternativ-Plan

Meerbusch : Streit um Alternativ-Plan

Der Plan zur Schließung der Barbara-Gerretz-Schule steht morgen auf der Tagesordnung des Schulausschusses. Eltern und Ehemalige haben eine Alternative erarbeitet. Doch die sorgt bei Boverter Grundschüler-Eltern für Kritik.

Die Schulkonferenz der Barbara-Gerretz-Grundschule will den Schließungsbeschluss der Politik in letzter Minute abwenden. Dazu hat sie einen Vier-Punkte-Plan erarbeitet. Der ruft wiederum Kritik bei der Schulkonferenz der Boverter Grundschule hervor. Der Schulausschuss kommt morgen zusammen. Auf dem Tisch liegt der Verwaltungs-Vorschlag, die städtisch-katholische Gerretz-Schule ab 2013/14 "sukzessive auslaufen zu lassen". Das würde die Schließung in spätestens vier Jahren bedeuten. Ein Experten-Gutachten stützt die Absicht der Verwaltung weitgehend. Eltern laufen gegen den Plan Sturm.

Die Gerretz-Schulkonferenz — also die Versammlung der Schülereltern und Lehrer — hat einen eigenen Plan eingereicht, der als Alternative ebenfalls auf der Tagesordnung steht. Schulleiter Ferdinand Sonnen schlägt darin vor, die Entscheidung bis zum Frühjahr 2015 auf Eis zu legen. Bei den Eltern besteht Hoffnung, dass sich die Schülerzahlen durch Zuzüge (etwa zum künftigen Ostara-Neubaugebiet) deutlich positiver entwickeln als bislang angenommen. Eine Entscheidung 2015 würde ab dem Schuljahr 2016/17 Wirkung zeigen.

Die Schulkonferenz will den Plan der Politik auch mit Kosten-Argumenten schmackhaft machen. So würde es die Schulkonferenz akzeptieren, wenn bis 2015/16 die laut Verwaltung erforderlichen Sanierungsarbeiten zunächst aufgeschoben werden — falls sie nicht unbedingt nötig sind. Kleinere Verschönerungsarbeiten, etwa der Anstrich von Klassenräumen, könnten die Eltern selbst übernehmen, wenn die Stadt das Material stelle.

Außerdem würde sich die Schulkonferenz damit einverstanden erklären, die Kooperation mit der benachbarten Eichendorffschule beim Offenen Ganztag weiter auszubauen.

Die Schulkonferenz der Erwin-Heerich-Schule kritisiert den Alternativplan — speziell wendet sie sich gegen dreijähriges Abwarten. Die Boverter weisen darauf hin, dass die Schülerentwicklung ohne Veränderung der Schullandschaft zur dauerhaften Einzügigkeit der Heerich-Schule führen werde. Zurzeit gibt es dort ein- und zweizügige Stufen. Einzügigkeit würde Abzug von Lehrkräften bedeuten. "Qualitativ hochwertige Konzeptarbeit" könne jedoch bei Unterschreiten der jetzigen Kollegiumsgröße von zehn nicht mehr erbracht werden. Auch die Abdeckung des Fächerkanons durch Fachlehrer könne dann nicht mehr gewährleistet werden. Die Heerich-Schulkonferenz empfiehlt dem Ausschuss, bald zu entscheiden — und so "eine dreijährige Spekulation zu vermeiden".

(RP)