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Meerbusch: Stiftung Haus Meer: Zeit läuft ab

Meerbusch : Stiftung Haus Meer: Zeit läuft ab

In einer Versammlung im März soll über den Fortbestand der gemeinnützigen Gesellschaft befunden werden. Für Anteilseigner Jörg Schleifer scheint die Sache klar, ohne städtische Beteiligung gibt's keine Zukunft.

An Haus Meer haben sich in den zurückliegenden Jahrzehnten schon viele die Zähne ausgebissen. Für das frühere Klosterareal standen schon einige Investoren mit mehr oder weniger realistischen Plänen in den Startlöchern. Im Oktober 2008 gründete sich in Meerbusch eine Stiftung in Form einer gemeinnützigen GmbH mit dem Ziel, das historische Gelände im Range eines national bedeutsamen Denkmals instand zu setzen und in angemessener Form zu nutzen. Damit scheint die Stiftung nun gescheitert.

In einer für März vorgesehenen Gesellschafterversammlung gehe es auch um die Auflösung der Stiftung, sagte Jörg Schleifer. Der FDP-Ratsherr und Jurist ist selbst Anteilseigner. "Eine Tagesordnung steht zwar noch nicht fest, aber die Beschäftigung mit dem Ende der Stiftung ist unerlässlich, nachdem jetzt endgültig klar ist, dass sich die Stadt nicht an der gemeinnützigen Gesellschaft beteiligt", sagt Schleifer im RP-Gespräch. "Für uns gibt es keine Erfolgsaussicht mehr." Franc J. Dorfer, der das Stiftungsmodell entwickelt hat, bestätigte den Termin für eine Gesellschafterversammlung, will sich inhaltlich aber erst im Anschluss daran äußern.

Ihm sei klar, dass nach seinem Wegzug von Meerbusch nach Kaarst die Gerüchteküche brodelt. Tatsache aber sei, die Stiftung existiere noch, und er nehme als deren Geschäftsführer auch fast jedes Mal an den Sitzungen des Arbeitskreises Haus Meer mit Vertretern der Ratsfraktionen und der Stadtverwaltung teil. Falls er einmal fehle, werde er durch seinen Parteifreund Schleifer vertreten.

Wann diese Runde zum nächsten Mal zusammenkommt, wusste der Meerbuscher Planungsdezernent Dr. Just Gérard gestern nicht zu sagen. Das hänge von einigen Faktoren ab, die nicht in seinem Ermessen liegen. Der Arbeitskreis Haus Meer habe gerade erst vor rund einer Woche getagt, und der potenzielle Investor für ein Nobelhotel sei mit Sympathie und Wohlwollen, aber auch mit der Bitte, seine Entwürfe für den Baukörper zu überarbeiten und zu verschlanken, verabschiedet worden. "Wir haben den Auftrag erhalten, den Ämterrundgang zu starten", sagt Gérard. Das heißt, sich mit den Fachleuten des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege und mit Straßen NRW darüber zu verständigen, ob eine Nutzung des Areals als Hotelkomplex auf Grundlage der ersten Skizzen grundsätzlich denkbar wäre.

Bis der Architekt des Investors überarbeitete Pläne vorlegt und die Stadt ihre Termine bei den Behörden absolviert hat, vergeht wohl noch einige Zeit.

(RP/url)