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Sternekoch Anthony Sarpong aus Meerbusch präsentiert sein erstes Kochbuch

Anthonys Kitchen in Büderich : Küchenparty für das erste Kochbuch von Anthony

Buch aufschlagen. Widmung reinschreiben. Umarmung. Foto. So ging das eine gute Stunde lang, wie am Fließband. Aber es war der ausdrückliche Wunsch von Anthony Sarpong, jedem der bald 200 Gäste bei der Präsentation von „Anthony´s Kitchen" ein persönlich signiertes Exemplar auszuhändigen.

So lang wie das Abarbeiten der Warteschlange dauerte es am Montag Abend, bis alle ein paar Häppchen aus der Sterne-Küche ergatterten. „Ihr dürft bitte nicht so gierig sein", hatte Anthony zuvor nur halb im Scherz gefleht. "Wir haben nicht so viel, mit diesem Ansturm konnte ich nicht rechnen!" Da hatte er die Herzen schon längst gewonnen mit seiner emotionalen Rede: „Ohne euch wären wir nicht hier, wo wir heute sind", sagte er zu den Gästen und scharte mit sichtlichem Stolz seine Familie und sein Team um sich. „Sie alle sind so wichtig bei dem ganzen Erfolg. Egal, ob wir mal streiten, wir halten fest zusammen." Einige hob er hervor, darunter Souschef Leonardo: „Nur selten hat ein Koch so viel Geduld und ist so hoch motiviert und überragend wie er. Wenn ich mal nicht da bin, könnt ihr euch total auf Leo verlassen." Gerührt stellte er seine aus Wiesbaden angereiste Mutter Lydia vor (“ihretwegen bin ich Koch geworden"), seinen Bruder, seine Frau ("seit 18 Jahren teilt sie mit mir Höhen und Tiefen") sowie Tochter Asanteewa (12), die sich durchaus vorstellen kann, es ihrem Vater eines Tages gleichzutun: „Ich experimentiere gern und habe einen guten Sinn für Geschmack." Noch einer, der ihm nacheifert, ist Lucas Lattoch (14) aus Osterath. Der Realschüler absolvierte ein Praktikum im Anthony´s, fand die Atmosphäre total entspannt und kommt seitdem immer wieder, um in der Küche mitzuhelfen. „Er bereitet unser Personalessen vor", lobte der Chef. Dann plauderte er über die Entstehung des Kochbuchs „Sterneküche für alle“, zu dem ihn sein Freund und Berater Olaf Barken, selber Koch und Konditor, ermuntert hatte. „Was, ein Kochbuch?" fragte Anthony und winkte ab. Er hätte doch schon eines, das genüge. Zum Beweis hebt er eine zerfledderte Kladde mit selbst geschriebenen Rezepten in die Höhe. Doch dann siegte sein Gefühl, etwas erschaffen zu wollen. „Anthony ist total authentisch", sagt Olaf Barken. „Er hat eine große Wertschätzung für seine Arbeit und Respekt vor den Produkten, die er verwendet." Die Anleitung zu den Rezepten und die genauen Mengenabgaben seien ihm schwergefallen, gibt Anthony zu. Er ist halt ein kreativer, aber auch unruhiger Geist und viel unterwegs. Auch als Botschafter seiner Stadt. „Neulich, bei einem Koch-Event in Berlin, waren Taiwan, New York und Paris aufgeführt", erzählt er. "Daneben stand Meerbusch. Es soll nicht arrogant klingen, aber früher fuhren die meisten, die gut essen wollten, an Meerbusch vorbei. Jetzt nicht mehr." Wie aufs Stichwort platzte mitten in die Party eine schier unglaubliche Nachricht: Anthony Sarpong hat die Chance, bei der amerikanischen Netflix-Serie "The Final Table" mitzuwirken und sich über Wochen in Los Angeles im Wettkampf mit den besten Kollegen zu messen. Zwölf Teilnehmer aus aller Herren Länder werden dafür ausgewählt. Kommende Woche ist ein Skype-Interview mit den Produzenten vereinbart. Dann könnte sich bewahrheiten, war der Sternekoch am Montag prophezeite: "2019 werden Anthony und sein Team die Welt verändern."