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Meerbusch: Startschuss: Gegenkandidat für Spindler gesucht

Meerbusch : Startschuss: Gegenkandidat für Spindler gesucht

Mit Haut und Haaren hätten sich die Meerbuscher Grünen an die CDU verkauft und machten seit der vergangenen Kommunalwahl mit ihr gemeinsame Sache, urteilen die Ratsmitglieder Christian Staudinger-Napp und Daniela Glasmacher von der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG).

Beide haben die Grünen dann auch nicht mehr im Kalkül, wenn sie schon jetzt über einen gemeinsamen Gegenkandidaten der Oppositionsparteien für Bürgermeister Dieter Spindler nachdenken.

Zwar stehe die Wahl erst im Jahr 2015 an, gleichwohl gibt die UWG in einem Schreiben zu erkennen, dass sie "es begrüßen würde, wenn dieses Thema frühzeitig in den Parteigremien diskutiert" werden könnte. Adressat ihres Aufrufs sind Gesine Wellhausen (FDP), Dr. Bernd Schumacher-Adams (FDP), Ilse Niederdellmann (SPD), Alexander Jankowsky (SPD) und Wolfgang Müller (Zentrum).

2008 war es vor allem der damalige Stadtverbandsvorsitzende und heutige Fraktionschef Jürgen Peters (Grüne), der die Strippen für die Suche nach einem gemeinsamen Gegenkandidaten für Spindler zu ziehen versucht hat. Letztlich ohne Erfolg, auch weil der Termin zur Wahl 2009 nach gerichtlichen Auseinandersetzungen auf Landesebene mehrfach nach vorn und nach hinten verschoben worden war.

Wenn schon jetzt erneut eine Suche beginnen soll, sind die Grünen nicht mehr mit im Boot — zumindest nach den Vorstellungen der UWG. Seitdem CDU und Grüne nach den Kommunalwahlen eine Kooperationsvereinbarung zur Zusammenarbeit unterzeichnet haben, mehrt sich beim politischen Gegner die Kritik. Es habe sich leider in Meerbusch gezeigt, dass sich die Grünen als "Steigbügelhalter der CDU" erwiesen hätten. "Die Geschwindigkeit, mit der sie ins schwarze Lager übergelaufen sind, war atemberaubend."

Doch auch der amtierende Bürgermeister sammelte bei der UWG offenbar wenig Pluspunkte. "Im Rathaus fehlt ein Denker und Lenker, der weiß, wo er die Hebel ansetzen muss", urteilen Staudinger-Napp und Glasmacher. Dazu gehörten "große Verwaltungskompetenz, aber auch Gestaltungswille".

Deshalb sollten FDP, SPD, UWG und Zentrum das Wagnis eines "gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten" eingehen, der für die Wähler in Meerbusch eine echte Alternative darstellte, meint die UWG. Das gemeinsame Ziel, Meerbusch weiter zu entwickeln, sollte die vier Politikrichtungen verbinden. "Ideologie genießt bei uns keine Priorität, wir wollen uns sachlich um Inhalte streiten", so die UWG.

(RP)