Meerbusch : Starke Frauen

Die Osteratherin Ruth Göbel unterstützt eine bäuerliche Frauen-Kooperative im afrikanischen Tansania und sammelte Geld für einen Schulneubau. Noch fehlen rund 25 000 Euro.

Ursprünglich war es die Begeisterung für das Bergsteigen, die Ruth Göbel und ihren Mann 2008 ins afrikanische Tansania reisen ließ. "Das ist mein Hobby", bekräftigt die Osteratherin. Am Südhang des Mount Meru stieß sie auf das Dorf Mulala und staunte, als sie dort eine bäuerliche Kooperative vorfand, die ausschließlich von Frauen getragen wird. Diese "Agape Women Group" erwirtschaftet durch die erfolgreiche Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte einen guten Teil des Einkommens für ihre Familien.

Schnell freundete sich die Osteratherin mit Anna Pallangyo, der Initiatorin, an: "Sie wird Mama Anna genannt und ist ein Temperamentsbündel." Die 51-jährige Ruth Göbel war von dem Land und dieser Initiative so beeindruckt, dass sie auch 2009 nach Afrika reiste: "Der Gedanke, wie ich dort helfen könnte, ließ mich nicht mehr los." So entstand Anfang 2010 die Idee, vor allem den geplanten Bau einer Advanced Secondary School (Oberstufe) in Mulala finanziell zu unterstützen. "Mein 'aktives Geldeintreiben' begann auf Bücher- oder Trödelmärkten in Meerbusch und im Umland."

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Im Dezember schließlich flog sie nach Tansania und wurde am Treffpunkt von Emanuel, Justin und Niwael, drei von Mama Annas sechs Kindern, abgeholt. Die Fahrt war abenteuerlich: "Das ist die furchtbarste Holperpiste, die man sich vorstellen kann." In Mulala wurde Ruth Göbel freudestrahlend von einem großen Empfangskomitee begrüßt. Neben Mama Anna waren die Dorfvorsteherin, Mama Brian als Ansprechpartnerin für das Schulbauprojekt und weitere Mitglieder der Fraueninitiative gekommen, um sie mit "How are you, Ruth" zu begrüßen: "Alle hatten sich fein gemacht."

Die Freude über das Wiedersehen wurde noch größer, als die Osteratherin rund 2600 Euro überreichte. Das sind gut zehn Prozent der benötigten Summe und damit eine Anschubfinanzierung. Ein Viertel der mit rund 40 000 US-Dollar veranschlagten Summe wird auch durch Eigenleistungen der Gemeinde erbracht. Der Restbetrag soll mit Spenden und Sponsoring abgedeckt werden.

"Den toughen Frauen aus Mulala liegt die Schulausbildung ihrer Kinder sehr am Herzen", so Projektbetreuerin Ruth Göbel. Als "Dach" für das Projekt nutzt sie die Deutsch-Tansanische-Freundschaftsgesellschaft (DETAF) und deren Homepage. "Ich bleibe am Ball", verspricht sie und hofft auf weitere Spenden. Mit "Kwa heri" (Auf Wiedersehen) wurde sie in Tansania verabschiedet. Wenn Ruth Göbel Mulala erneut besucht, kann sie vielleicht ihre Sprachkenntnisse anbringen: "Ich möchte Kiswahili lernen."

Info: 02159-528145, info-schulprojekt-mulala@gmx.de DETAF-Spendenkonto 100 76 80 11, Bensberger Bank (BLZ 37062124).

(RP)