Meerbusch: Stärkere Motoren für Rheinfähre Michaela II

Meerbusch: Stärkere Motoren für Rheinfähre Michaela II

Für die zahlreichen Stammkunden der Fähre von Langst-Kierst nach Kaiserswerth ist schon vor Weihnachten ein harte Zeit angebrochen. Denn aufgrund der Modernisierung der Fähre Michael II wurde der Betrieb bereits Anfang Dezember eingestellt. So müssen Schulkinder, Ausflugsgäste und auch Berufspendler einen wenig romantischen Umweg über die Flughafenbrücke nehmen.

"Wir werden aber pünktlich am 3. Februar den Betrieb wiederaufnehmen", verspricht Fährmann Hajo Schäfer. "Wir machen aber immer im Januar für einen Monat dicht, jetzt ist die Zeit halt nur etwas länger." Die betroffenen Schulkinder — unter anderem auch Schäfers Sprösslinge — werden nun in Fahrgemeinschaften über die Flughafenbrücke in die Schule nach Kaiserswerth gebracht.

Insgesamt investiert das Fährunternehmen 250 000 Euro in zwei neue MAN-Motoren. "Das ist eine Investition in die Zukunft, wie man immer so schön sagt", erklärt der Junior-Chef des Fährunternehmens. Und ein Bekenntnis zur Fährverbindung zur Verbindung zwischen Langst-Kierst und Kaiserswerth — vor allem in einer Zeit in der Rhein auf und Rhein ab immer mehr Fährverbindungen auf Grund von Unrentabilität eingestellt werden.

Für die Modernisierung der Fähre Michaela II hat Hajo Schäfer einen 116 Kilometer langen Weg in eine Werft in Oberwinter bei Remagen auf sich genommen. "Die Fahrt hat 15 Stunden gedauert. Unsere Fähre ist halt gegen den Strom nicht die schnellste, sonst muss sie ja auch nur immer durch den Strom. Für den Rückweg sollten wir aber nur die Hälfte der Zeit brauchen", so Schäfer.

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Denn neben der Hilfe des Stroms wird die Michael II mit mehr PS den Rhein hinunter fahren. "Die beiden neuen Motoren haben jeweils 25 PS mehr als die alten", erklärt der 47-Jährige stolz. Insgesamt kommt die Fähre so auf 516 PS. "Außerdem entsprechen die neuen Motoren nun der höchsten Abgasnorm und sie verbrauchen auch weniger als die alten", sagt der Fährmann.

Den langen Weg in eine Werft in Oberwinter hat Schäfer aus sich genommen, weil er dort das beste Angebot bekommen habe. "Für kleiner Reparaturen fahren wir natürlich in die Werft nach Duisburg", erzählt Schäfer. Mit der Werft in Oberwinter habe man aber vor einigen Jahren schon gute Erfahrungen gemacht. "Die arbeiten sehr sauber," sagt Schäfer.

Auf Grund der verfrühten Einstellung des Fährbetriebs schon Mitte Dezember hatte Hajo Schäfer auch Zeit für einen richtigen Urlaub. "Ich fahre normalerweise nicht in die Ferien. In diesem Jahr waren wir aber ausnahmsweise mit der ganzen Familie im Skiurlaub", sagt er. Allerdings mache er sich nicht viel aus Schnee und Schifahren, denn er habe "das ganze nur der Familie zu Liebe" gemacht. Da bleibt Hajo Schäfer ganz der verwurzelte niederrheinische Fährmann. "Wir betreiben die Verbindung ja schon seit mehr als 50 Jahren", erklärt Schäfer stolz.

(RP)
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