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Meerbusch: Stärken und Schwächen im Blick

Meerbusch : Stärken und Schwächen im Blick

Als erster Kindergarten in Meerbusch macht der Büdericher Sonnengarten bei "prokita" mit: einem Projekt zur frühen Diagnostik und Förderung von Kita-Kindern.

"Je früher man Defizite bei Kindern feststellt, desto früher kann man daran was machen", sagte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und zeigte sich sichtlich zufrieden. Jetzt startete im Büdericher Familienzentrum das Programm zu frühen Diagnostik und Förderung in Kindertagesstätten "prokita". Damit sollen schon im frühen Alter Schwächen und Stärken von Kindern erkannt und behoben, beziehungsweise gefördert werden.

Auf alle Bereiche der kleinen Wesen wird dabei eingegangen. Sprache, Gesundheit und Wahrnehmung sind nur einige der Punkte, die genauer unter die Lupe genommen werden. "Wir verlegen die Schuleingangsuntersuchung damit um zwei Jahre nach vorne", sagte Kreisgesundheitsdezernent Karsten Mankowsky.

Die Kita Sonnengarten ist die erste der Stadt, bei der das Programm startet. Kreisweit sind bisher 32 Tagesstätten in Neuss, Dormagen, Korschenbroich, Grevenbroich, Jüchen und Rommerskirchen beteiligt. "Wir wählen nur Kindergärten aus, bei denen wir auch Potenzial sehen", so Landrat Petrauschke. Dieses sei im Sonnengarten vorhanden. "Wir konnten in den letzten neun Jahren eine deutliche Verbesserung bei den Kindern im Sonnengarten feststellen", sagte Dr. Kirsten Vietmeyer, Kinderärztin für den Rhein-Kreis.

Am 20. Oktober wird es eine Infoveranstaltung für die Eltern der 120 Kinder im Sonnengarten geben. Danach können sich die Eltern entscheiden, ob ihre Kinder das Programm durchlaufen sollen. "Es ist eine freiwillige Aktion", so Dr. Beate Klapdor-Volmar, Leiterin des Kinder- und Jugendärztlichen Gesundheitsdienstes des Kreises. Stimmen die Eltern zu, kann es losgehen. Bei einem ersten Termin wird Gabriele Kühn, Arzthelferin für den Kreis, das Kind untersuchen. Größe und Gewicht werden aufgenommen, Hör- und Sehtests durchgeführt.

Empfehlungen, einen Kinderarzt aufzusuchen, könnten dabei ausgesprochen werden. In einem nicht zu weit entfernt liegenden Abstand wird dann die zweite Untersuchung folgen. Das ist dann der intensivere Check. Zu diesem müssen mindestens ein Elternteil und eine Erzieherin vor Ort sein. Kinderärztin Dr. Kirsten Vietmeyer wird eine ganzheitliche Untersuchung ausführen.

Abschließend gibt es dann eine ausführliche Eltern- und Erzieherinnenberatung, die über Stärken und Schwächen des Kindes aufklärt. Auch die Eltern stehen im Interesse von "prokita". Das "Triple-P-Training" ist ein Erziehungstraining für Eltern. Schwerpunktmäßig wird dabei auf die Erziehungsfertigkeiten der Eltern im Umgang mit gutem oder schlechtem Benehmen der Kinder eingegangen.

(RP)