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Städtepartnerschaft Meerbusch und Fouesnant in Corona-Zeiten

Städtepartnerschaft Meerbusch-Fouesnant : Städtepartnerschaft in Krisenzeiten

Die Jumelage zwischen Meerbusch und Fouesnant besteht seit über 50 Jahren. Wegen der Corona-Krise fallen alle demnächst geplanten gemeinsamen Veranstaltungen aus. Die Freunde halten derzeit über digitale Kanäle Kontakt.

So leicht ist die Städtefreundschaft zwischen Meerbusch und dem französischen Fouesnant nicht zu erschüttern. Die seit über 50 Jahren hinter dieser Jumelage stehenden Bretonen und Rheinländer haben schon häufig bewiesen, wie eng ihre Freundschaftsbande geknüpft sind.

Gemeinsam gefeiert wurde noch vor wenigen Monaten der Jahreswechsel in Meerbusch anlässlich des Starts in das Jubiläumsjahr – offiziell am Silvesterabend und am ersten Tag des Jahres 2020 im privaten Rahmen mit 70 Personen bei Gabi Pricken, der Vorsitzenden des Partnerschaftskomitees Meerbusch-Fouesnant. „Damals dachten wir weder an Barrieren noch an Abstand – ganz im Gegenteil“, beschreibt Eric Ligen die freundschaftlich-ausgelassene Stimmung. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Partnerstadt hat der Komitee-Vorsitzende in Fouesnant über die Sozialen Netzwerke einen „Brief an die Freunde der Partnerschaft“ veröffentlicht und darin auch angesprochen, auf was die Städtefreunde jetzt verzichten müssen: „In Frankreich wie in Deutschland zwingt uns Covid-19 nun dazu, für lange Wochen eingesperrt zu sein – weit weg von unseren Verwandten und Freunden.“ Jetzt bedauern vor allem Gabi Pricken und Eric Ligen, dass die geplanten Aktivitäten zwischen den genau 1057 Kilometer voneinander entfernt liegenden Städten vorerst auf Eis liegen.

Dazu zählen unter anderem der Austausch zwischen dem Kervihan College und dem Mataré Gymnasium, Bäckereipraktiken, ein Sportleraustausch und ein erstes Treffen zwischen Künstlern mit dem Schwerpunkt 50 Jahre Meerbusch. In diesem Zusammenhang sollte auch die gemeinsame Gestaltung der Künstlerwand gegen Ausländerfeindlichkeit stehen. Sie wurde jetzt von der Meerbuscher Künstlerin Matre übernommen. Gabi Pricken und Eric Ligen bedauern, dass auch das geplante „Bierfestprojekt“ in Fouesnant auf 2021 verschoben werden muss und wahrscheinlich auch das große Moules-Frites-Fest am 31. Juli ausfällt: „Alle Organisatoren dieser Treffen sind natürlich sehr enttäuscht.“

Die Entwicklung der Partnerschaft ist beispiellos: „Ich habe rund 700 Presseartikel gescannt, die seit 1967 erschienen sind. Gefunden habe ich sie in den Archiven von Coco (Rudolph Cornelißen als Wegbereiter der Partnerschaft), Louis Le Calvez (ehemaliger Bürgermeister Fouesnant) und Louis L’Helgouach (Mitbegründer der Partnerschaft)“, beschreibt Eric Ligen seine derzeitigen Aktivitäten in Zeiten der Corona-Krise in Frankreich. Er freut sich, dass die Fischer trotzdem ihrem Job nachgehen: „Wir bekommen weiter leckere Meeresfrüchte.“

Und dank vielfacher Kommunikationsmöglichkeiten bleiben die Freunde in Fouesnant und Meerbusch eng verbunden. „Die Partnerschaft der Herzen wird weiter gepflegt“, versichert auch Gabi Pricken. Wie alle freut sie sich auf ein Wiedersehen. Vielleicht bei einem gemeinsamen Umtrunk mit Killepitsch und dem deutsch-bretonischen Trinkspruch „Prost-Mad“.