Restaurant in Büderich hat bereits wieder geöffnet : Aus dem Landsknecht wird das Ilyo

Nach langer Schließung zieht neues Leben in den früheren Landsknecht in Büderich ein. Das IIyo hat sich auf gehobene japanische Küche spezialisiert. Auch das Hotel und der beliebte Burgkeller werden wieder eröffnet.

So schick war der gute alte Landsknecht noch nie. Aus dem Dornröschenschlaf geküsst und komplett neu gestaltet, heißt das Restaurant jetzt IIyo.Die zwei großen „I“ könnten auch Essstäbchen symbolisieren. Das würde zu dem Sushi Fushion-Konzept passen, nach dem dort gekocht wird. Japanische Küche auf hohem Niveau, so kündigen es die Geschäftsführer Tengteng Lin und Minh Duong-Quang an.

Auf leisen Sohlen haben sie das IIyo vorigen Freitag in Büderich eröffnet. Ganz ohne Werbung, alles soll sich geschmeidig einspielen. Auch die Karte wird erst in der kommenden Woche ausgedruckt sein. Nicht wenige Gäste haben den Weg ins IIyo dennoch gefunden und sich bei dem schönen Wetter auch auf der frisch möblierten Terrasse niedergelassen. Und dabei den dekorativen Blickfang bestaunt: ein aufgeklappter Flügel und ein Pianospieler, eine grüne Skulptur aus Pflanzen. Sieht man auch nicht alle Tage.

Drinnen ist es durchweg edel. Die steinernen Bögen im großen Raum wurden erhalten, sonst aber ist alles neu und unzweifelhaft hochwertig. Anthrazitfarbene Wände und Böden, taubenblaue Stühle und Sessel bilden einen ruhigen Rahmen. Dazwischen darf es im Thekenbereich funkeln und gülden glänzen. Der separate Bereich soll wie früher Gesellschaften vorbehalten sein. Dort ziehen sich asiatische Motive über die gesamte Wand, wie auch in dem intimen, mit Kranichen ausgeschmückten Separée.

Wer aber steckt hinter den Gastronomen, die dem Traditions-Restaurant wieder Leben einhauchen? Trotz der japanischen Küche sind es keine Japaner, die das IIyo konzipiert haben. Der Name bedeutet so viel wie „wir“ oder eine Gemeinschaft – und so ist es wohl auch. Tenteng Lin hat chinesische, Minh Duong-Quang vietnamesische Wurzeln. Zu Hause sind alle beide schon lange in Bayern und durch gemeinsame Arbeit über Jahre verbunden. Sie betreiben in Süddeutschland mehrere Buffet-Restaurants mit bis zu 700 Plätzen, die alle von Familie und Freunden gemanagt werden. „Aber dann wollten wir mit dem IIyo eine feinere Linie gründen und damit in Nordrhein-Westfalen beginnen“, erzählt Tengteng Lin. „Hier gibt es viele interessante Städte.“ Meerbusch ist das Pilotprojekt, Verträge für weitere vier Restaurants in Dortmund, Wuppertal, Mülheim und Düsseldorf sind unterschrieben.

Nun gibt es aber ja 160 Plätze zu füllen, die Terrasse nicht mitgezählt. Könnte das nicht schwer sein, wenn man sich auf japanische Speisen spezialisiert? „Wir bieten weit mehr als Sushi, das wäre zu langweilig“, beteuert Tengteng Lin. „Der gewählte Begriff Sushi Fusion schließt alle klassischen japanischen Spezialitäten ein. Und auch Gerichte, die auf japanische Art zubereitet werden, etwa Lammkotelett oder Rinderfilet.“ Einer der Köche habe zuvor in einem japanischen Sternelokal in Mailand arbeitet. Die selbst gesteckten Ziele sind also hoch. Minh Duong-Quang hält eine übersichtliche Karte für besser. „Je größer die Auswahl, desto schwerer ist es für die Gäste, sich zu entscheiden“, glaubt er. „Wir haben nur das Beste vom Besten, damit profitieren sie von der Qualität.“

Die denkmalgeschützte Immobilie gehört Felipe Lopez, dem Sohn des früheren Betreibers Primo Lopez aus Düsseldorf. Er ließ den Pächtern freie Hand bei der Neugestaltung des Restaurants, in die sie eine hohe Summe investierten. Nach dem Restaurant wird auch das Hotel wieder eröffnet. „Da gab es kaum etwas zu renovieren, es war noch in einem guten Zustand“, sagt Tengteng Lin. 

Und was wird aus dem Burgkeller im Untergeschoss? Dort zieht im Winter ein rustikales italienisches Lokal mit Pizzaofen ein.

Regina Goldlücke

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