Büderich: Nachbarschaft organisiert sich selbst ein Straßenfest

Büderich: Nachbarschaft organisiert sich selbst ein Straßenfest

Da wohnt man direkt um die Ecke, in der gleichen Straße oder sogar Tür an Tür, kennt sich vom Sehen, grüßt sich freundlich - und das war's dann auch.

Wer berufstätig ist, fährt in der Regel morgens weg und kommt abends wieder. Im normalen Alltag bleibt meist wenig Zeit für Nachbarschaftspflege. Die Anwohner der Straßen Schmitzberg und Dr. Wilhelm-Hilser-Straße in Büderich wollten sich damit nicht länger begnügen. Ausgerechnet zwei Neulinge im Viertel ergriffen die Initiative. Zuerst stellten Alain Gerwin und Jochen Lobenberg unter einem Ahornbaum zwei Bänke auf, die sich schnell als Treffpunkt für ein nettes Schwätzchen erwiesen. Wie früher auf dem Dorfplatz. Jetzt gingen sie noch einen Schritt weiter und organisierten mit einer Handvoll tüchtiger Mitstreiter und einer WhatsApp-Gruppe ein Straßenfest für Jung und Alt. Melanie Kleeblatt und Nadja Witter-Kholfi kümmerten sich um Kinderspiele wie Dosenwerfen und Tischtennis und richteten eine Schminkecke ein. Andere tischten Kuchen auf oder bestückten das Salatbüffet neben dem Würstchen-Grill, Natalie Sehic servierte selbstgemachten Limoncello. Das Fest war ein voller Erfolg, vom frühen Nachmittag bis zum Abend gab es ein lebhaftes Kommen und Gehen. An Biertischen und rund um die Bar kam man schnell miteinander ins Gespräch. "Es geht nicht allein darum, sich kennenzulernen", sagte Andreas Hochstein. "Wir wünschen uns gelebte Nachbarschaft mit gegenseitiger Hilfe. Irgendwann braucht jeder mal etwas, und sei es nur ein Werkzeug."

Robert und Bärbel Wolff, die ihre Parfümerie voriges Jahr abgaben, gehörten 1989 zu den ersten Anwohnern: "Damals waren wir noch umringt von Spargelfeldern." Das Straßenfest begrüßen sie: "Keine Kinder mehr im Haus und keine Hunde, da kommt man beim Spaziergang nicht so leicht in Kontakt." Vor vielen Jahren wurde am Schmitzberg auch schon gemeinsam gefeiert. "Das schlief dann ein", berichtet Carolin Prior, "toll, dass die Idee nun wieder auflebt." Birgit Tönnesmann wohnte mit ihrem Mann zehn Jahre in Stuttgart, wo Anwohner sich gern zur "Hocketse" treffen. "So etwas Gemütliches haben wir jetzt auch in der Nachbarschaft, wie schön."

(go)
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