Meerbuscher Sternekoch Anthony Sarpong auf dem Petersberg

Neue Aufgabe für Anthony Sarpong : Meerbuscher Sterne strahlen auf dem Petersberg

Als Hansdampf in allen Gassen ist er ja bekannt. Aber dass Anthony Sarpong jetzt den ehrwürdigen Petersberg erklimmt, ist dann doch eine Überraschung.

Das 5-Sterne-Hotel in Königswinter bei Bonn wurde gerade für 35 Millionen Euro komplett saniert und im Zuge dessen auch gastronomisch neu ausgerichtet. „Ich liebäugelte schon länger damit, einen Sternekoch ins Haus zu holen“, erzählt Direktor Michael Kain. Ein ehemaliger Meerbuscher übrigens. Während seiner Zeit als Direktor im Steigenberger Parkhotel Düsseldorf wohnte er mit seiner Familie in Büderich. Hin und wieder kehrte er noch im „Anthony‘s“ ein und lernte den Chef dabei schätzen. Er schien ihm dann, nachdem er auf den Petersberg gewechselt hatte, der Richtige zu sein, die Restaurants dort auf ein noch höheres Niveau zu heben.

Nicht nur seine Kochkunst überzeugte ihn, auch die Chemie stimmte sofort. „Ein offener, freundlicher, empathischer Mensch, wir haben uns gleich gemocht“, sagt Michael Kain über seinen künftigen „Culinaric Director“.

Die Partnerschaft war schnell besiegelt. Anthony Sarpong übernimmt zum 1. Juli die Leitung des Grill-Restaurants „Bill‘s“, benannt nach Bill Clinton, der dort schon gespeist hat. Außerdem will er mit viel Herzblut aus dem „Ferdinand“ (30 Plätze) einen Gourmet-Tempel machen, um auch dort nach den Sternen zu greifen. Das kulinarische Konzept umschreibt er mit „New Dining“. Der Name, eine Hommage an den 4711-Gründer Ferdinand Mülhens, wird jetzt umgeändert in „Ferdinand inspiriert von Anthony“.

Damit auch alles in seinem Sinne funktioniert, wenn er gerade in Meerbusch am Herd steht, hat er seinen ehemaligen Mitarbeiter Marwan Al-Hadithy auf den Petersberg gelotst, der mit ihm den ersten Michelin-Stern an der Moerser Straße erkocht hatte. Nicht umsonst hieße sein Restaurant ja Anthony‘s und nicht allein Anthony. „Dahinter steckt ein engagiertes Team, das genau weiß, wie alles laufen soll“, versichert der Vater von drei Kindern. „Man wird nicht merken, ob ich da bin oder nicht, das war schon immer mein Prinzip.“ Nur von einer roten Linie dürfe nie abgerückt werden: „Bei uns gelten Respekt, Achtsamkeit und Nachhaltigkeit.“ Seine Mitarbeiter kommen aus aller Herren Länder, in der Küche hört man ein Gewirr aus acht Sprachen. Schon seit Wochen flitzt Anthony zwischen Meerbusch und Bonn hin und her. Und jedes Mal freut er sich, wenn er in Königswinter von der Autobahn abbiegt, den Berg hinauf fährt – um dann den Blick ins romantische Rheintal zu genießen. Ihm sei es leicht gefallen, sich der neuen Herausforderung zu stellen, sagt er. „Ausschlaggebend war die reiche Historie des Hotels. Je mehr man darin eintaucht, desto faszinierender erscheint sie einem. Wer hier schon alles gewohnt und getafelt hat! Mächtige Politiker, einflussreiche Wirtschaftsführer, berühmte Stars.“ Als Gästehaus der Bundesregierung schrieb der Petersberg Geschichte. Diesen momentan ruhenden Status will Michael Kain mit neuem Leben erfüllen. Er bemüht sich wieder um die offizielle Anerkennung als Gästehaus. Die Chancen stehen nicht schlecht, denn nach wie vor finden in der ehemaligen Bundeshauptstadt viele internationale Konferenzen statt, häufig unter Beteiligung von amtierenden Ministern. Dieses Gütesiegel wäre dann auch ein Fest für Anthony.

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