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Meerbusch: Stadt will Bild in Ex-HJ-Heim freilegen

Meerbusch : Stadt will Bild in Ex-HJ-Heim freilegen

Der Dezernent für Denkmalschutz schlägt vor, einen 100 Quadratzentimeter großen Ausschnitt des 1939 entstandenen Gemäldes zu zeigen. Eine Komplett-Freilegung der etwa zehn Quadratmeter großen NS-Altlast sei nicht ratsam

An der Adolf-Hitler-Straße in Büderich weht eine Hakenkreuzfahne vor der heutigen Mauritiusschule, ein Hitlerjunge mit Fanfare steht vor dem HJ-Heim. Der Maler Fritz Schlüter hat 1939 in der Fahnenhalle des frisch errichteten Hitlerjugend-Heims ein etwa zehn Quadratmeter großes Gemälde in Kalk-Seccotechnik auf den Putz aufgetragen - mit vielen kleinen Hinweisen aufs "Dritte Reich".

Mehrfach wurde nach dem Krieg die braune Altlast mit weißer Farbe übertüncht. Erst Restauratoren brachten es vor vier Jahren wieder ins Gedächtnis zurück. Bereits damals diskutierten die Politiker den weiteren Umgang mit dem Wandgemälde. Die Meinungen schwankten zwischen einer umfänglichen Freilegung und Restaurierung, einer sehr begrenzten ausschnittweisen Freilegung oder der Beibehaltung des vorhandenen Putzes.

Um die Restaurierungsergebnisse aus dem Jahr 2011 zu aktualisieren, beauftragte die Verwaltung ein Restauratorenteam damit, die konservatorischen Möglichkeiten und eine Aufwandsschätzung einer möglichen Freilegung des Wandgemäldes zu fertigen. "Der Zustand des Wandgemäldes ist an den freigelegten Partien bis auf kleinere Fehlstellen als gut zu beurteilen", schreibt Denkmalschutz-Dezernent Just Gérard über die Untersuchungsergebnisse in der Verwaltungsvorlage für den nächsten Kulturausschuss.

"Diverse Fehlstellen sind erkennbar, die sich aus der aktuellen Nutzung der Wand durch Dübellöcher und Kabelschlitze, etc. ergeben haben." Gérard rät den Politikern zu einer Teilfreilegung des Wandbilds samt einer erklärenden Hinweistafel. Der Ausschnitt soll 100 Quadratzentimeter betragen. "Vor dem Hintergrund einer möglichen Nutzungsänderung des Gebäudes könnte eine komplette Freilegung des Wandgemäldes sich als negativ erweisen", schreibt Gérard. Die Verwaltung plant, in dem ehemaligen HJ-Heim am Dr.-Franz-Schütz-Platz künftig den Offenen Ganztagsbereich der Mauritius- und der Brüder-Grimm-Schule unterzubringen.

(RP)