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Meerbusch: Stadt will 100 Prozent Ökostrom

Meerbusch : Stadt will 100 Prozent Ökostrom

Knapp 1,7 Millionen Euro hat die Stadt Meerbusch im Jahr 2011 für Energie ausgegeben. Größter Stromfresser ist das Hallenbad. Auch die Schulen legten beim Stromverbrauch zu. Insgesamt zieht die Stadt aber eine positive Bilanz.

Ein "Quantensprung" sei die Energiebilanz im Vergleich zum Vorjahr zwar nicht, dennoch zeigt sich die Stadt insgesamt zufrieden. Immerhin konnten bei den Gesamtkosten für Energie in Höhe von 1,68 Millionen Euro im Vergleich zu 2010 8,5 Prozent eingespart werden. Die Stadt führt diesen Rückgang vor allem auf den Minderverbrauch an Heizenergie zurück.

Der Trend der vergangenen Jahre sei damit weiter fortgeführt worden. Denn für den Zeitraum von 2005 bis 2011 lässt sich feststellen, dass der Bedarf der zur Wärmebereitstellung benötigten Energie um 16,3 Prozent zurückgegangen ist. Das geht aus einem Bericht der Stadt hervor, der bei der kommenden Sitzung des Hauptauschusses am 13. September vorgestellt wird.

Danach ist der Stromverbrauch im Gegensatz zum Vorjahr leicht gestiegen: um fünf Prozent. Das liegt einerseits an den Neubauten wie Stadtbibliothek, Baubetriebshof und Bürgerhaus Lank. Denn schließlich trägt jeder Neubau zur Erhöhung des Energiebedarfs bei. Einen starken Verbrauch verzeichnete zum Beispiel der alte Güterbahnhof (MKK-Raum).

Dennoch gibt es auch beim Stromverbrauch Einsparungen. Und das, obwohl die Kosten im Vergleich zu den vergangenen Jahren einen Höchststand erreicht haben: 622 000 Euro gab die Stadt dafür aus. "Die Schulen haben bedingt durch den Offenen Ganztag einen erhöhten Verbrauch", erklärt Claus Klein, Leiter des Service Immobilien, die Situation. Früher habe man die Heizungen um die Mittagszeit herunterstellen können.

Da der Verbrauch der Schulen einen Anteil von 47 Prozent am Gesamtverbrauch der kommunalen Bauten hat, zeigen bereits klein erscheinende Minderungen wie 2011 in Höhe von 1,1 Prozent Wirkung. Besonders kostspielig war die Stromversorgung des Hallenbades. Fast 50 000 Euro betrugen die Stromkosten, 303 Megawattstunden wurden in der Sportanlage verbraucht. Wie weiter mit dem Hallenbad zu verfahren ist, soll Gegenstand in der kommenden Sitzung des Sportausschusses am 20. September sein.

Leicht zurückgegangen ist auch der Gesamtwasserverbrauch. Er lag für 2011 rund 4,4 Prozent niedriger als 2010. Gegenüber dem Jahreshöchstwert von 1993 (70 632 Kubikmeter) ist das ein Rückgang um 36 Prozent. Die Wasserkosten sind damit seit 2005 stetig gesunken und lagen für das vergangene Jahr bei 190 000 Euro.

Positiv wirkt sich auch die Verwendung von Ökostrom aus. Im vergangenen Jahr wurde der Anteil auf 1965 MWh angehoben. Die Stadt kostet das zwar knapp 6000 Euro mehr, allerdings ist im Gegenzug die CO2-Bilanz wesentlich besser. Seit dem Jahr 2004 konnte die Stadt den Ausstoß des Treibhausgases von knapp 5000 Tonnen auf weniger als 2500 Tonnen im vergangenen Jahr senken. Einen großen Anteil hat daran der teilweise Umstieg auf Ökostrom aus Wasserkraft im Jahr 2009. Die Stadtverwaltung schlägt vor, künftig ganz mit Ökostrom zu arbeiten. In der Energiebilanz der Stadtwerke würden dann rund 700 Tonnen CO2 wegfallen. "Der CO2-Ausstoß durch Strom läge dann fast bei Null", sagt Klein. Würde die Stadtverwaltung zu 100 Prozent auf Ökostrom setzen, würde das Mehrkosten von lediglich 5600 Euro verursachen.

(RP/ila)