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Meerbusch: Stadt: Vertrag für neues "Rhein-Eck" steht

Meerbusch : Stadt: Vertrag für neues "Rhein-Eck" steht

Innerhalb der nächsten sieben Jahre soll aus der Böhlersiedlung im Büdericher Süden das neue "Rhein-Eck" werden. Der städtebauliche Vertrag zwischen Verwaltung und dem Eigentümer wird morgen im Ausschuss diskutiert

Die Böhlersiedlung im Büdericher Süden soll komplett umgestaltet werden: Zusätzlicher Wohnraum mit modernen Häuserfassaden, üppige Grünanlagen, zentrale Müll-Sammelplätze und ein dichtes Wegenetz, das die gesamte Siedlung verbindet - damit soll das neue "Rhein-Eck" zum attraktiven Wohnort werden. Bevor die Entwürfe des Bebauungsplans für das neue "Rhein-Eck" öffentlich ausgelegt werden, muss der städtebauliche Vertrag zwischen Verwaltung und dem Siedlungseigentümer, der GWH Wohnungsgesellschaft, morgen im Planungsausschuss (17 Uhr, Bürgerhaus Lank) abgesegnet werden. Kosten für das gesamte Projekt: rund 20 Millionen Euro.

Die Wohnsiedlung wird im Westen durch die Römer Straße, im Osten durch die Neusser Straße und Süden durch den Laacher Weg eingegrenzt. "Wichtigstes Kriterium ist eine ausgewogene Mischnutzung, also ein Mix aus Miets- und Eigentumswohnungen sowie sozialem Wohnraum", sagt Planungsdezernent Just Gérard. "Außerdem legen wir Wert auf ein naturbelassenes Erscheinungsbild, das dem Prinzip der Gartenstadt gerecht wird."

 Das Plandreieck wird von der Römer Straße, der Neusser Straße und dem Laacher Weg eingegrenzt.
Das Plandreieck wird von der Römer Straße, der Neusser Straße und dem Laacher Weg eingegrenzt. Foto: Stadt Meerbusch
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Derzeit gibt es in der Böhlersiedlung 92 Wohnhäuser mit insgesamt 2100 Bewohnern. Die Kapazität soll deutlich vergrößert werden. Die Zielgruppe: junge Familien. Insgesamt 76 neue Wohnungen sollen durch sogenannte Ergänzungsbebauung auf dem Gelände untergebracht werden - allesamt mit moderner Architektur. Allein die neuen Wohnungen schlagen mit rund 17 Millionen Euro zu Buche. "Aber auch die bereits bestehende Wohnbebauung wird erneuert", sagt GWH-Sprecher Stefan Bürger. "Die Fassaden und Eingangsbereiche der Häuser werden umfangreich saniert und farblich neu gestaltet." Fahrradständer, Bänke, Rosenspaliere und neu verlegtes Pflaster runden das Erscheinungsbild ab. Die Verschönerungsarbeiten sind bereits in vollem Gange.

Das "Rhein-Eck" soll übersichtlich, jeder Abschnitt leicht zugänglich sein. Ein dichtes Wegenetz, in dem die Haupt- und Nebenwege durch unterschiedliches Pflaster optisch sichtbar gemacht werden, soll die gesamte Siedlung umfassen und seinen Einwohnern die Orientierung erleichtern. Außerdem sollen alle Wege für Senioren und Behinderte ebenerdig und somit barrierefrei angelegt werden. Parken können die Bewohner auf den bereits vorhandenen sowie zusätzlichen Stellplätzen, Parkdecks sowie neuen überdachten Carports. Die Zahl der Parkplätze soll von aktuell rund 830 auf 1050 Stellplätze steigen. Auch die Müllentsorgung soll übersichtlicher organisiert werden. Anstelle willkürlich herumstehender Tonnen wird es zentrale "Müllstationen" hinter entsprechend markierten Paravents geben. Beleuchtet wird das "Rhein-Eck" mit modernen energieeffizienten LED-Lampen. Die Stärke des meist sehr hellen Lichtes soll je nach Standort - entweder an den Haupt- oder Nebenwegen oder nahe der Wohnhäuser - unterschiedlich justiert werden.

Was die Kosten für Kanäle und Straßenbau angeht, leistet die Stadt einen Beitrag von 215 000 Euro.

Ein Schwerpunkt für das zukünftige Erscheinungsbild der Wohnsiedlung ist die Begrünung. In das grüne "Parkband", also die Kombination des dichten Wegenetzes mit der Natur, schlängelt sich an Zierkirschen, verschiedenen Pflanzen und Beeten sowie Spielrasen für Kinder vorbei. Keine Spielplätze, sondern insgesamt 40 "Spielblätter" sollen den Kindern zum Austoben zur Verfügung stehen. Bei diesen Feldern handelt es sich um kleine Plätze mit unterschiedlichen Spielgeräten, allesamt angelegt in runder Blattoptik. "Eine schöne Idee", sagt GWH-Sprecher Bürger. "Wie das Laub von den Bäumen fallen diese 40 Blätter auf die Siedlung herab." Ein weiterer Hingucker gerade für Kinder: Das kluge Regenwasser, dessen Lauf durch Versickerung und freilaufende Schächte sichtbar gemacht werden könnte. Die Natur-Optik hat ihren Preis: Rund drei Millionen Euro wird der gesamte Außenbereich kosten.

Im Zentrum des Wohnquartiers liegt der Böhlerhof, ein Abschnitt, der unter städtischer Verwaltung steht. "Was hier passieren wird, bleibt zunächst offen", sagt Gérard. Finanzierung und Fragen rund um die Bebauung müssten noch mit der GWH verhandelt werden. Ein Konzept hat die GWH trotzdem schon parat: Auch hier ist Nutzungsmischung das Stichwort. Der Böhlerhof soll einerseits als Aufenthaltsort und Treffpunkt für die Bewohner dienen, andererseits aber auch eine Parkmöglichkeit sein. "Die Parkplätze werden nicht eingezäunt, sondern durch natürliche Begrenzungen, beispielsweise Hecken oder Grünstreifen eingeteilt", erklärt Bürger. Dieses zusätzliche Projekt würde zwischen 300 000 und 600 000 Euro kosten, sei jedoch abhängig von der Zustimmung der Verwaltung.

Bereits in diesem Jahr sollen laut GWH die Bagger rollen. "Es wird Zeit, dass sich in der Böhlersiedlung etwas tut", sagt Gérard. "Diese Wohnflächen sind enorm wichtig für Meerbusch."

(RP)