1. NRW
  2. Städte
  3. Meerbusch

Stadt-Sport-Verband: In Meerbusch fehlt eine große Sporthalle

Vereinssport : Platznot in Meerbuscher Sporthallen

Die Kapazitäten in den Hallen sind ausgereizt. Das sagte Karl-Heinz-Rütten vom Stadt-Sport-Verband im Sportausschuss. Die Forderung: Osterath braucht eine neue, große Halle, Büderich am besten auch.

Karl-Heinz-Rütten kam im Sportausschuss direkt auf den Punkt: „In Osterath fehlt eine große Sporthalle – in Büderich aber eigentlich auch“, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Stadt-Sport-Verbandes, bevor er überhaupt mit seinem Vortrag begann. Darin ging es um die Belegung der städtischen Sporthallen. Und die seien „knüppeldick zu“, erzählte er. „Da ist keine Minute mehr Platz.“

Denn egal ob Volleyballer, Handballer, Eltern-Kind-Turngruppen oder Gymnastikgruppen – sie alle möchten einen Platz in einer der Hallen, und das am liebsten zu ihren Wunschterminen. Der Stadt-Sport-Verband vergibt seit 1995 die Zeiten an die Sportvereine in der Stadt. „In allen Stadtteilen gibt es dafür Koordinatoren“, erklärt Rütten. „Aber die Kapzitäten sind ausgereizt.“

Die Mitglieder des Sportausschusses forderten vor diesem Hintergrund umso mehr, dass die Belegung gerecht sein müsse. „Wir müssen die Auslastung kontrollieren“, sagte Vorsitzende Renate Kox. „Es macht keinen Sinn, dass sechs Damen für ihre Gymnastik eine Großhalle nutzen und zeitgleich 25 Vereinssportler auf der Straße stehen.“ Denn wann genau jeweils wie viele Sportler in einer Halle trainieren, das kann der Stadt-Sport-Verband nicht nachhalten. „Die Gruppen bekommen während ihres Trainings möglicherweise neue Mitglieder und vergrößern sich, andererseits melden sich welche ab.“ Um die aktuellen Belegungszahlen in allen Hallen zu kontrollieren, seien mindestens 30 Leute nötig, wenn nicht sogar mehr, sagte Rütten. „Das können wir nicht leisten.“

  • Technischer Beigeordneter Michael Assenmacher stellte im
    Mobilität in Meerbusch : Stadt stellt 246 neue Fahrradbügel auf
  • Das Bild ist wenige Tage vor
    Handel in Meerbusch : Büderich: Treffen der Einzelhändler abgesagt
  • Das Meerbusch-Gymnasium soll auf sechs Züge
    Bildung in Meerbusch : Neue Pläne für Meerbuschs Schullandschaft

Und weiter: „Wir sind auf die ehrlichen Angaben der Vereine angewiesen.“ Er sagte zu, dass der Stadt-Sport-Verband die Belegung neu strukturieren und optimieren werde. „Noch in diesem Monat, spätestens im Mai, werden wir zuerst mit den Büdericher Vereinen eine Neu-Strukturierung besprechen“, kündigte er an. „Dort gibt es bereits Wartelisten.“ Die Ausschussmitglieder bat er, die Angaben der einzelnen Vereine abzuwarten.

Aber die Zeit drängt, die Platznot in den Hallen sei ein echtes Problem, da waren sich die Mitglieder im Sportausschuss einig. „Meerbuschs Bevölkerung wächst, also brauchen wir auch mehr Sportflächen“, sagte etwa Michael Bertholdt (FDP). Doch woher diese Flächen auf die Schnelle kommen sollen, das wusste auch keiner so recht. Bertholdt: „Bis wir eine neue Halle haben, das dauert ja ewig.“

Aktuell sieht es in Sachen Sporthallen in Meerbusch so aus: In Strümp gibt es vier Hallen: eine kleine Turnhalle in der Martinus Schule und nebeneinander im Städtischen Meerbusch-Gymnasium zwei große, nämlich eine Dreifach- und eine Zweifach-Halle. „Die Vereine teilen sich die großen Hallen, da wird es manchmal richtig eng“, sagte Rütten. In der Vergabezeit zwischen 16.30 und 22 Uhr sei aktuell keine Minute mehr frei, an den Wochenenden sind in den Hallen Spiele. Die vierte Halle, eine Gymnastikhalle, wird zurzeit zum Kraftraum umgebaut, Ende Mai soll dieser fertig sein. Rütten befürchtet: „Wir rechnen eher mit Herbst.“

Das Problem in Strümp: Dort trainieren auch viele OTV-Mitglieder. „In Strümp helfen auch keine Umbelegungen mehr“, sagt Rütten. „Deshalb plädieren wir für eine neue Dreifach-Halle in Osterath – die gibt es dort nicht. Dann wäre in Strümp wieder Platz, und die Osterather Sportler müssten nicht mehr nach Strümp fahren.“ In Osterath gibt es fünf kleinere Hallen. Eine fehlt durch den Wegfall der Barbara-Gerretz-Schule. Die Realschule hat eine Zweifach- und eine einfache Halle sowie eine Gymnastikhalle, außerdem gibt es am Neusser Feldweg und am Wienenweg je eine kleine Turnhalle.

Acht Hallen gibt es in Büderich, und zwar kleinere Turn- und Gymnastikhallen sowie die große Sporthalle an der Niederdonker Straße (Mataré). „Auch in Büderich macht also eine große Halle Sinn“, sagt Karl-Heinz Rütten. „Bei Tura Büderich gibt es im Bereich Turnen/Gymnastik auch schon Wartelisten.“ Im Stadtteil Lank zählt der Stadt-Sport-Verband fünf Hallen, darunter ein Kraftraum und die Forstenberghalle an der Wittenberger Straße. „Die ist natürlich auch komplett zu“, sagt Rütten.