Meerbusch: Stadt soll Haus Meer kaufen

Meerbusch: Stadt soll Haus Meer kaufen

Nicht nur der Freundeskreis, auch das Aktionsbündnis rund um Haus Meer fordern von der Stadt, dass sie Haus Meer und den dazugehörenden Park kaufen soll. Ein kulturelles Zentrum könnte entstehen.

Für Elisabeth Jansen und Irmtraut Richter ist die Sache klar: "Die Stadt soll Haus Meer kaufen." Die beiden Frauen engagieren sich in der "Aktionsgemeinschaft Haus Meer" , die seit zehn Jahren für den Erhalt und die öffentliche Nutzung der ehemaligen Klosteranlage nebst Park kämpft. "Auslöser", so erinnert sich Irmtraut Richter, "war die Affäre um den damaligen Beigeordneten." Dieser soll während der Verkaufsverhandlungen Schmiergeld angenommen haben. In einem offenen Brief an den Bürgermeister hatten Freunde der Anlage einen "würdigen Umgang mit Haus Meer" angemahnt. Eine Zettel-Aktion des inzwischen verstorbenen Künstlers Helmut Martin-Myren sollte Politiker zur Aufhebung des Bebauungsplans für das Gelände bewegen. "Doch wir haben nur Kritik geerntet", so Richter.

Auch zehn Jahre später gibt es Menschen, die sich ohne Vereinsstatut um die Belange von Haus Meer kümmern. "So um die zwanzig, die mitarbeiten, sind wir schon", sagt Elisabeth Jansen und weist auf die gute Vernetzung mit anderen Vereinen hin. Der Förderkreis um Dr. Herbert Jacobs, der Meerbuscher Kultur- und auch der Heimatkreis Lank gehören dazu. "Wenn wir eine Veranstaltung im Park von Haus Meer haben, sind alle da."

Jansen und Richter vermissen in der Stadt vor allem das politische Bekenntnis zu der denkmalgeschützten Anlage. Dabei hat die Aktionsgemeinschaft gar keine allzu hochgehängten Ziele. "Der Park könnte, sowie der Freundeskreis es begonnen hat, weiter nach den Plänen von Joseph-Clemens Weyhe wieder hergestellt werden", erläutert Jansen. Ganz wichtig sei auch, dass die Remise schnell intstand gesetzt wird. "Vorausgesetzt, die Stadt würde die Anlage kaufen, wären das alles in kleinen Schritten umzusetzen." Darüber hinaus würde es auch Mittel aus Landestöpfen für Projekte geben. Sie denkt zum Beispiel an die Bauhütten, die die Immunitätsmauer wieder instandsetzen könnten, ohne dass es mit allzu hohem finanziellen Aufwand verbunden wäre.

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Denn intensiv bebaut werden darf das Grundstück ohnehin nicht mehr, da es unter Denkmalschutz steht. Für den aktuellen Besitzer Roland Agne scheint dass Grundstück eher ein Klotz am Bein zu sein. "Wir würden uns auch bemühen, den ein oder anderen Sponsor zu begeistern", schickte Jansen eine Ermunterung an die Stadt.

"Denn wenn erst einmal geklärt ist, dass die Stadt mit im Boot ist, wäre vieles einfacher." Mit Blick auf die von Franc J. Dorfer gegründete gemeinnützige Stiftung (gGmbH) für Haus Meer ist sie nicht sehr optimistisch. "Wichtig ist , dass die Stadt dabei ist", so Jansen. Bis diese Entscheidung fällt, wollen die Mitglieder des Bündnisses auch weiter dafür sorgen, das Leben in der Anlage ist. Neben dem klassischen Tag des Denkmals könnte auch einmal ein Konzert veranstaltet werden. Schließlich steht hinter allem der Wunsch "einen kulturellen Mittelpunkt für Meerbusch zu schaffen."

(RP)