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Meerbusch: Stadt pflanzt 160 neue Bäume in Meerbusch

Meerbusch : Stadt pflanzt 160 neue Bäume in Meerbusch

Die Stadt pflanzt derzeit neue Baumarten wie die Magnolie. Durch Krankheiten und das Klima muss mehr ausgetauscht werden als früher.

Ganz vorsichtig hieven die Mitarbeiter der Kolonne Büderich den Baum in das frisch gegrabene Loch. Die Höhe stimmt. Schnell noch ein paar Hornspäne als Dünger hinein, dann landet der Baum an seinem neuen Platz und wird genau ausgerichtet. "Jetzt müssen wir noch drei Pfähle drumherumsetzen, diese mit Latten und Bändern verbinden, die Erde zurückschippen und angießen", erklärt Dietmar Schwarz.

Seit einigen Wochen ist er täglich mit seinem Team unterwegs, um in Büderich neue Bäume zu pflanzen. "131 Bäume werden dieses Jahr im Straßenbereich gepflanzt; die Grünanlagen, Spielplätze und Kita-Bereiche mitgerechnet liegen wir sogar bei 160 Bäumen", sagt Michael Betsch, Bereichsleiter für Grünflächen. Am heutigen Dienstagvormittag ist Dietmar Schwarz in der Mozartstraße mit Spaten und Motorsäge zugange. Sieben Magnolien sollen hier das Stadtbild verschönern. "Die Magnolie ist eine Sorte, die wir bisher noch nicht als Straßenbaum verwendet haben. Wir wollen aber gerne etwas neues ausprobieren", sagt Betsch.

Die Magnolienbäume der Sorte Galaxy, die bald mit rosa Blüten für Farbtupfer in der Mozartstraße sorgen werden, sind etwa zehn Jahre alt und stammen aus einer Baumschule. "Die Bäume werden von der Stadt ausgeschrieben, dadurch bekommen wir sie meist zu vergünstigten Konditionen", so Betsch.

Die Magnolien ersetzen die Stadtbirne, die nicht den erhofften Erfolg gebracht hat. "Leider vergreisen diese Bäume zusehends, wir werden sie nicht mehr pflanzen", sagt Betsch. Durch Krankheitsbefall werden auch die Rostkastanie und die Platane nicht mehr gepflanzt. Das und immer stärkere Temperaturschwankungen (lange kalte Winter, sehr heiße Sommer) führen laut Betsch dazu, dass mehr Bäume ausgetauscht werden, als früher.

Für die Meerbuscher Hauptverkehrsstraßen sind robuste Baumarten geeignet, die auch der Belastung durch Streusalz im Winter standhalten. Die Magnolie hingegen gehört zu den empfindlicheren Baumsorten und wird deshalb in einer ruhigeren Straße gepflanzt, in der bei Schneefall auch weniger gestreut wird. "Wir werden demnächst auch noch den Stamm weiß färben. Das reflektiert die Sonnenstrahlen", sagt Betsch. Die Problematik: Durch starke Temperaturunterschiede bilden sich Risse im Stamm und das begünstigt Pilzbefall. Durch die Reflexion wird vorgebeugt.

Etwa eine halbe Stunde dauert es, bis eine Magnolie gepflanzt ist. Damit ist die Arbeit für die Kolone aber noch nicht erledigt. Mindestens ein Jahr lang fahren die Mitarbeiter regelmäßig mit einem Wasserbehälter die Neupflanzungen ab und gießen sie. In den heißen Sommermonaten kann das schon mal alle zwei bis drei Wochen sein. "Wir freuen uns auch, wenn die Anwohner den Bäumen mal ein paar Eimer Wasser geben", sagt Betsch und Schwarz ergänzt: "Allerdings sollte der Gießrand so belassen werden, der ist wichtig für die Bäume."

Die Baumaßnahmen mitgerechnet, werden dieses Jahr 300 Bäume in Meerbusch neu gepflanzt. Dem gegenüber stehen 100 Baumfällungen. "Wir versuchen, für jeden gefällten Baum einen Ersatz am möglichst gleichen Standort zu bieten. Leider klappt das nicht immer", sagt Betsch.

(RP/EW)