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Stadt Meerbusch und Kreispolizeibehörde gemeinsam gegen Betrüger

Kriminalität in Meerbusch : Gemeinsamer Kampf gegen Betrüger

Die Kreispolizeibehörde arbeitet gezielt mit der Stadt zusammen, um durch Aufklären Taten zu verhindern und mögliche Opfer vor Schaden zu bewahren. Start der Kampagne war am Donnerstag auf dem Dr.-Franz-Schütz-Platz.

Wie viele Betrugsfälle es in den vergangenen Wochen in der Region gab, kann Daniela Dässel, Polizeihauptkommissarin und Sprecherin der Polizei im Rhein-Kreis Neuss, an diesem Morgen nicht exakt sagen. Nur so viel: „Wir nehmen täglich Fälle auf. Aber glücklicherweise bleibt es in der Regel beim Versuch.“ Gleichzeitig gebe es eine hohe Dunkelziffer. Denn immer wieder meldeten sich Opfer erst gar nicht bei der Polizei, weil sie sich schämten.

Dabei werden nicht nur ältere Menschen Opfer von Trickbetrügern, sagt sie. „Niemand ist davor gefeit.“ Und abgesehen von dem Leid der Betroffenen ist die Schadenssumme hoch: In den vergangenen Jahren haben Betrüger im Rhein-Kreis Neuss ihre Opfer um hohe Millionenbeträge gebracht, berichtet Kriminalhauptkommissar Christoph Kaiser vom Kriminalkommissariat für Prävention und Opferschutz. „Es gab sogar Einzelfälle im sechsstelligen Bereich.“

Gemeinsam mit der Stadt Meerbusch hat sich die Polizei deshalb zum Ziel gesetzt, noch mehr Menschen zu sensibilisieren und so weitere Straftaten zu verhindern. „Diese Initiative ist absolut nötig und sinnvoll“, sagt Bürgermeister Christian Bommers. Zum Start werden 20 der insgesamt 100 City-Lights in den Buswartehäuschen in Meerbusch mit Plakaten der Aktion „Gemeinsam gegen Betrug“ bestückt. Weitere sollen folgen, kündigt der Verwaltungschef an. Außerdem wurden 5000 Broschüren gedruckt, die kostenlos verteilt werden. Darin werden zahlreiche Tricks von Betrügern entlarvt – vom Enkeltrick über falsche Polizisten und Handwerker, unseriöse Gewinnspiele bis hin zu neuen Maschen wie dem Corona-Schockanruf. „Die Täter sind nicht nur überzeugend, sondern auch ungemein kreativ“, sagt Kriminalhauptkommissar Kaiser, der regelmäßig Senioren in Meerbusch berät.

 Erster Polizeihauptkommissar Thomas Pilz, Leiter der Polizeiwache Meerbusch, auf dem Dr.-Franz-Schütz-Platz im Beratungsgespräch mit einem Bürger.
Erster Polizeihauptkommissar Thomas Pilz, Leiter der Polizeiwache Meerbusch, auf dem Dr.-Franz-Schütz-Platz im Beratungsgespräch mit einem Bürger. Foto: RP/ena
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 Peter Annacker, Leiter Fachbereich Soziale Hilfen und Jugend bei der Stadt Meerbusch, und seine Mitarbeiter von der Seniorenberatung erleben regelmäßig die große Verunsicherung besonders bei alten Menschen. Seine eigene Mutter sei erst neulich von einer Betrügerin angerufen worden, die sich als ihre Tochter ausgab, erzählt er. „Glücklicherweise ist sie nicht darauf hereingefallen. Aber das ist einfach eine perverse Angelegenheit“, so Annacker. „Deshalb sind wir bei der Seniorenberatung dankbar, dass wir nun gemeinsam gegen die Betrüger vorgehen.“

Erst vor wenigen Wochen konnte die Polizei in Meerbusch einen kleinen Sieg gegen die Betrüger verbuchen: „Wir haben einen Täter gefasst“, sagt Erster Polizeihauptkommissar Thomas Pilz. „Leider war es nur ein Kurier – an die Hintermänner heranzukommen ist oft schwer.“ Der Leiter der Polizeiwache Meerbusch steht an diesem Morgen selbst auf dem Dr.-Franz-Schütz-Platz, um Bürger zu beraten und aufzuklären. Weil dort nicht nur die Winterwelt, sondern auch das Testzentrum sowie der Wochenmarkt aufgebaut sind, hofft er auf viele Gespräche. Ein Mann zeigt ihm sein Handy: Er hat von einer ihm unbekannten Nummer eine zweifelhafte Nachricht über eine Lieferung bekommen. „Ein Betrugsversuch“, weiß Thomas Pilz sofort und lädt den Mann direkt auf die Wache ein, um dort Anzeige zu erstatten.