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Stadt Meerbusch spart Energie

Energie : Stadt setzt auf LED-Technik statt „Licht aus“

Die Straßenlichter nachts abzuschalten wurde zwischen 2006 und 2016 ausprobiert, dann aber auf Wunsch der Bürger aufgehoben. Stattdessen werden die Laternen aufgerüstet.

(dsch) In der aktuellen Situation wird überall die Bedeutung des sparsamen Umgangs mit Energie angemahnt. Das gilt nicht nur für Haushalte, sondern auch für die öffentliche Hand. Auch der Stadt Meerbusch ist das Thema wichtig – so wurde beispielsweise beschlossen, die Wassertemperatur im Meerbad zu senken, um so Energie einzusparen.

Nach Ende der politischen Sommerpause könnten in den kommenden Wochen weitergehende Forderungen erhoben werden – andere Städte haben etwa auch beschlossen, in städtischen und öffentlichen Gebäuden wie Schulen und Büros weniger zu heizen. Unn auch nachts zumindest teilweise auf die Beleuchtung der Straßen zu verzichten, ist bereits mehrfach vorgeschlagen worden.

Anders als viele andere Gemeinden hat die Stadt Meerbusch in diesem Punkt bereits Erfahrung gesammelt: Zwischen 2006 und 2016 wurden – außer auf Hauptstraßen – die Laternen im Stadtgebiet ausgeschaltet, schon damals mit der Motivation, Energie zu sparen. Dies hat jedoch immer wieder zu Diskussionen geführt, vor allem, weil Bürger sich in der nächtlichen Dunkelheit nicht sicher gefühlt hatten. Das subjektive Sicherheitsgefühl ist – unabhängig von tatsächlicher Gefahr – ein wichtiger Faktor für eine Stadt, und die fehlende Beleuchtung sorgte hier für mehr Angst bei den Menschen. Nach weiteren Debatten wurde die Abschaltung der Straßenlaternen daher 2016 auf Wunsch der Stadtpolitik zurückgenommen.

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Dennoch arbeitet Meerbusch weiterhin aktiv auf einen geringeren Energieverbrauch hin – und hat dies auch schon vor der aktuellen Krise getan. So hat die Stadtverwaltung in diesem Zuge 2017 ein umfangreiches Sanierungskonzept für die Straßenbeleuchtung erstellt. Seither wird daran gearbeitet, alle alten, nicht effizienten Leuchtsysteme, unter anderem solche Anlagen, in denen noch Quecksilberdampf-Hochdrucklampen betrieben wurden, zu ersetzen. Stattdessen wird in den Laternen LED-Technik verbaut, die Licht bei deutlich geringerem Energiebedarf spendet. Rund 2000 dieser neuen Leuchten wurden bereits verbaut, und der Ausbau geht weiter. Zudem werden die Lampen mit Dimmern ausgerüstet, so dass sie in den Stunden, in denen wenig Menschen unterwegs sind, also in der tiefen Nacht, weniger hell leuchten – und somit auch weniger Energie verbrauchen.

Ob in Zukunft weitere Schritte diskutiert werden, um einen sparsameren Umgang mit Energie in der Stadt zu ermöglichen, muss sich noch zeigen. „Jetzt aus gegebenem Anlass zur Nachtabschaltung zurückzukehren, wurde bislang politisch nicht zur Diskussion gestellt“, sagt Stadtsprecher Michael Gorgs.