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Meerbusch: Schlaflose Nacht für Dauser

Meerbusch : Schlaflose Nacht für Dauser

Im Heimspiel gegen den SV Sonsbeck kam Oberliga-Aufsteiger TuS Bösinghoven nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus. Die Hausherren wachten zu spät auf und vergaben darüber hinaus einen Strafstoß.

Enttäuscht streifte sich Kevin Dauser sein klatschnasses Trikot über den Kopf und hätte sich am liebsten komplett darunter versteckt. Dem TuS-Angreifer war der große Frust über seinen vergebenen Strafstoß deutlich anzusehen. "Wenn ich den Elfer rein mache, gewinnen wir das Spiel und die Welt ist in Ordnung", ärgerte sich der Blondschopf.

Nach einem Handspiel im Strafraum hatte Schiedsrichter Daniel Schächner in der 76. Minute folgerichtig auf Elfmeter entschieden. Beim Stand von 1:1 legte sich Dauser den Ball zurecht und schoss ihn wuchtig ins linke Eck. Gäste-Torwart Dominik Weigl hatte jedoch genau das geahnt und wehrte den Schuss ab. "Ich mache Kevin sicher keinen Vorwurf. Er hat in dieser Situation Verantwortung übernommen und einen Elfer kann man immer mal vergeben", sagte TuS-Coach Martin Stasch. Wesentlich härter ging er mit seiner gesamten Mannschaft ins Gericht. "Was die Jungs von der zehnten bis zur 52. Minute abgeliefert haben, geht gar nicht. Da war kein Siegeswillen zu erkennen", befand Stasch, der seine Schützlinge nach dem Abpfiff lautstark zusammenstauchte.

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Dabei hatten die Schwarz-Gelben gut begonnen. Dauser zwang SV-Schlussmann Weigl schon nach 100 Sekunden mit einem Schuss aus 18 Metern zu einer Glanzparade. Zu schnell ließ der TuS allerdings nach. Die personellen Umstellungen — gegenüber dem 1:4 beim KFC Uerdingen in der Vorwoche waren Boubacar Coulibaly, Manuel Lemke und Michael Enger neu in das Team gerückt — machten sich nicht nachhaltig bemerkbar. Auch das Vorziehen des etatmäßigen Sechser Christos Pappas auf die Spielmacherposition wirkte sich nicht sehr positiv aus. Da auch die Gäste offensiv nicht viel anzubieten hatten, ging es torlos in die Pause.

Nach dem Wechsel nutzte Sonsbeck seine erste richtige Chance zur Führung. Danny Rankl hatte keine große Mühe, den Ball aus halblinker Position im langen Eck unterzubringen. Erst dieser Gegentreffer weckte die Hausherren auf. Sofort war die zuvor vermisste Entschlossenheit wieder zu sehen. Das beste Beispiel dafür: der 1:1-Ausgleich von Coulibaly, der sich aus fast 25 Metern ein Herz nahm und die Kugel in den rechten Winkel nagelte.

Der TuS kam nun durch Coulibaly, Dauser und Purisevic zu weiteren Chancen. Eine Viertelstunde vor Schluss versagten Dauser dann vom Elfmeterpunkt die Nerven. Dieser Fehlschuss hätte die Bösinghovener beinahe sogar das Remis gekostet, denn in der 84. Minute musste TuS-Torwart Oliver Haßler sein ganzes Können aufbieten, um einen Freistoß von Dennis Schmitz über die Latte zu lenken. Doch auch der eine Zähler konnte Dauser nicht trösten: "Der vergebene Elfer wurmt mich so sehr, dass ich diese Nacht sicher nicht schlafen kann."

(RP/ila)