Lokalsport: Pleite nach über 70 Minuten in Unterzahl

Lokalsport : Pleite nach über 70 Minuten in Unterzahl

TuS Bösinghoven unterlag beim Wuppertaler SV 0:4 (0:1). Daniel Klinger flog nach 19 Minuten mit Gelb-Rot vom Platz.

Viel hatte sich der TuS Bösinghoven am gestrigen Sonntag gegen den Wuppertaler SV vorgenommen. Den Gegner vor der großen Kulisse nervös machen, sie zu Fehlern zwingen und so dem nächsten Aufstiegsfavoriten ein Bein stellen. Doch geklappt hat davon nichts. Vor fast 1.900 Zuschauern verloren die Bösinghovener im Wuppertaler Stadion am Zoo verdient mit 0:4 (0:1). Nach einer Gelb-Roten Karte für Linksverteidiger Daniel Klinger spielten die Schwarz-Gelben mehr als 70 Minuten in Unterzahl und fanden so fast nie zu ihrem Spiel. "Der Platzverweis war sehr zweifelhaft und extrem ärgerlich", befand TuS-Trainer Werner Wildhagen. "Wir haben phasenweise ordentlich gespielt, doch in Unterzahl war Wuppertal zu stark."

Wildhagen stellten sich bereits vor dem Anpfiff die ersten Herausforderungen, denn der Coach musste die beiden verletzungsbedingen Ausfälle von Stefan Galster und Kevin Dauser kompensieren. Burak Akarca und Florian Witte kamen in die erste Elf — letzterer rückte auf Dausers Position in die Spitze. Doch das Fehlen der beiden Leistungsträger merkte man den Offensivbemühungen der Schwarz-Gelben deutlich an — außer einem Freistoß von Christos Pappas, den Wuppertals Torwart stark parierte, brachte der TuS in der ersten Hälfte kaum eine gefährliche Torchance zu Stande. Stattdessen schwächte sich die Wildhagen-Elf selbst: Daniel Klinger sah nach 19 Minuten seine zweite Gelbe Karte und wurde vorzeitig zum Duschen geschickt. Die erste erhielt er nach drei Minuten für eine vermeintliche Schwalbe im Wuppertaler Strafraum, die zweite für ein eher harmloses Foul. "Es war ein normaler Zweikampf und seine erste Aktion. In dieser Situation Gelb-Rot zu zeigen, ist für mich unverständlich", ärgerte sich Wildhagen.

Die Überzahl spielte dem WSV bestens in die Karten, denn nun boten sich dem Favoriten mehr und mehr Räume im Mittelfeld. So auch in der 36. Minute, als Davide Leikauf aus der Distanz ungestört zum Schuss kam und zum 1:0 in den rechten Winkel verwandelte. Nur sechs Minuten nach dem Seitenwechsel legte der Gastgeber nach. Der TuS konnte eine Flanke an den Fünfmeterraum nicht verhindern, Torjäger Marvin Ellmann hielt den Fuß hin — 2:0. Die Bösinghovener beschränkten sich in der Folge ausschließlich darauf, den Tabellenzweiten von ihrem Kasten fernzuhalten, doch Maximilian Nadidai hatte etwas dagegen. Der WSV-Verteidiger stellte seine Torjägerqualitäten unter Beweis und sorgte mit dem 3:0 (68.) und 4:0 (83.) für die Entscheidung. "Wir haben alles gegeben", resümierte Wildhagen. "Aber der Platzverweis hat uns aus dem Konzept gebracht. Wir müssen die Niederlage abhaken und uns auf andere Gegner konzentrieren."

Da die Oberliga Niederrhein am nächsten Wochenende spielfrei hat, muss der TuS erst wieder am Sonntag, 1. Dezember, ran. Dann ist TuRU Düsseldorf ab 14.15 Uhr zu Gast am Windmühlenweg.

(RP)
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