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Meerbuscher Vereine reagieren auf den vorzeitigen Saison-Abbruch

Sport in Meerbusch : Drei Fußball-Klubs froh über Saison-Abbruch

Der TSV Meerbusch, OSV und FC Büderich finden es gut, Klarheit zu haben. Der SSV Strümp hatte für die Fortsetzung plädiert.

Die Saison im Fußballverband Niederrhein (FVN) ist offiziell abgebrochen. Da wegen der Corona-Pandemie weniger als 50 Prozent der Partien in allen Gruppen ausgetragen werden konnten, wird die nun gesamte Runde annulliert – dementsprechend gibt es keine Auf- und Absteiger. Diesen Beschluss, der für alle Ligen im Senioren- und Juniorenbereich gilt, trafen der FVN-Beirat sowie der Verbandsjugendausschuss jetzt einstimmig.

„Die Beendigung einer Saison ohne Wertung ist eine Situation, die wir uns alle nicht vorstellen konnten“, sagt FVN-Präsident Peter Frymuth. „Aber die Entwicklung der Pandemie hat uns in den vergangenen Wochen deutlich gemacht, dass es wohl keine andere Möglichkeit geben würde. Im Dialog mit den Vereinen war zu spüren, dass auch sie eine Fortsetzung der Saison nicht für realistisch und sinnvoll halten.“

Bei den Meerbuscher Klubs herrscht über die Entscheidung weitgehend Einigkeit. „Der Abbruch ist keine Überraschung, und wir halten ihn auch für richtig“, sagt Christoph Peters, Manager des TSV Meerbusch. Alle drei Senioren-Teams der Blau-Gelben standen in der Tabelle jenseits von Gut und Böse, daher trifft sie die Annullierung sportlich kaum. Die U19 hatte hingegen gute Chancen, den Sprung in die A-Junioren Bundesliga zu schaffen. Peters: „Das ist für uns etwas ärgerlich. Die meisten Spieler rücken zur kommenden Spielzeit in den Seniorenbereich hoch, sodass wir nun mit dem nächsten Jahrgang neu angreifen müssen.“

Dennis Klein, erster Vorsitzender des OSV Meerbusch ist froh, nun Klarheit zu haben: „Der Abbruch ist die einzig richtige Lösung. Die Klubs, die sich dagegen ausgesprochen haben, stehen in der Tabelle oben und hatten daher ein wenig die Vereinsbrille auf.“ Für Benedikt Niesen, erster Vorsitzender des FC Büderich 02, sei es ohnehin nur noch eine Frage der Zeit gewesen, wann der Beschluss des FVN offiziell werden würde.

„Die dritte Welle ist voll im Gange, sodass es klar war, dass es auf absehbare Zeit keine Rückkehr auf den Platz geben wird. Da die Saison aber bis 30. Juni zu Ende gehen sollte, gab es keine Alternative mehr dazu“, sagt Niesen. Zwar lag die erste Mannschaft  des FCB in der Bezirksliga noch in Lauerstellung, doch Niesen hat eher Mitgefühl mit denen, die ganz oben stehen: „Sie werden jetzt ein wenig um den Lohn ihrer guten Leistungen gebracht.“

Zu diesen Vereinen zählt der SSV Strümp, dessen erste Mannschaft in der Kreisliga A um den Aufstieg mitkämpfte. Die Rot-Weißen hatten für eine Fortsetzung der Saison über den 30. Juni plädiert. „Wenn die Infektionszahlen auf Grund der zunehmenden Impfungen gesunken wären, hätte man die Saison im Sommer mit einer Einfachrunde zu Ende bringen können. Leider war der Verband dahingehend nicht flexibel und ist lieber den Weg des geringsten Widerstands gegangen“, sagt Thomas Feldges, Abteilungsleiter des SSV Strümp. Ebenso moniert er, dass die Befragung der Vereine in der Oberliga gestartet wurde und sich so schnell ein Bild gemacht worden sei. „Als die unteren Ligen dran waren, war eigentlich schon klar, in welche Richtung es gehen wird.“