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Meerbusch: Fahrkarten-Festival wird bitter bestraft

Meerbusch : Fahrkarten-Festival wird bitter bestraft

Eine Fußball-Weisheit besagt: "Wenn du vorne die Dinger nicht machst, bekommst du sie hinten rein." Wie viel Wahrheit darin steckt, bekam der TuS Bösinghoven gestern gegen die U23 von Rot-Weiß Oberhausen zu spüren. Beim 1:1 (0:0) leisteten sich die Schwarz-Gelben ein regelgerechtes Fahrkarten-Festival und kassierten wie aus dem Nichts den total unnötigen Ausgleichstreffer.

"Wenn wir die eine oder andere Chance genutzt hätten, wären wir als Sieger vom Platz gegangen", sagte Trainer Werner Wildhagen. "Dennoch können wir mit einem Punkt gut leben. Was wir in der zweiten Hälfte gezeigt haben, war mit das Beste, was ich in dieser Saison von meiner Mannschaft gesehen habe."

Zu Beginn bekamen die etwa 150 Zuschauer am Windmühlenweg eine offene Partie zu sehen, in der es kleinere Möglichkeiten auf beiden Seiten gab. Vor allem die schnellen Gäste-Angreifer bereiteten der TuS-Hintermannschaft in der Anfangsphase einige Probleme. Im Laufe des Spiels bekamen die Bösinghovener diese immer besser in den Griff und übernahmen auch die Kontrolle über die Partie. Bis zum RWO-Strafraum kombinierte sich der TuS häufig ansehnlich, ließ aber die nötige Präzision vermissen. Die beste Möglichkeit hatte Kevin Dauser mit einem Schuss aus 18 Metern, der knapp am Tor vorbei ging (32.).

Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Bösinghovener die Schlagzahl. Während sie hinten nach wie vor nichts anbrennen ließen, präsentierten sie sich nun auch offensiv immer zielstrebiger und erspielten sich Chance um Chance. Zunächst konnte ein Kopfball von Mehmet Özer auf der Linie geklärt werden (49.). In der 56. Minute versuchte es Pierre Jimenez nach einer Ecke mit einem Hackentrick, scheiterte jedoch am Pfosten. Nur 60 Sekunden später zeigte Torjäger Kevin Dauser wie es richtig geht. Daniel Palac tankte sich in den Strafraum, legte zurück an den Elfmeterpunkt und der völlig allein gelassene Dauser nagelte die Kugel zum 1:0 in die Maschen.

Innerhalb der nächsten zehn Minuten tauchte der TuS gleich fünfmal frei vor dem gegnerischen Gehäuse auf, doch egal ob Semir Purisevic, Dauser, Jimenez oder Maik Noldes — alle vergaben. RWO-Schlussmann Lars Müting wuchs über sich hinaus. In der 77. Minute passierte dann das, was so mancher Zuschauer befürchtet hatte: Der Ausgleich fiel. Nach einem Eckball kam Alexander Scheelen im Strafraum völlig frei zum Kopfball und traf zum 1:1. "So etwas ist natürlich ziemlich ärgerlich", sagte Wildhagen. "Wir haben eine sehr gute Leistung gezeigt und hätten es vorher klar machen müssen."

(RP)