Auftakt für Turnier in Büderich : ATP-Turnier: Spitzentennis am Fließband

Die ersten beiden Tage des Challenger-Turniers Tennis Open Meerbusch produziert Top-Tennis am Fließband. Der Grund ist eine Regeländerung der Association of Tennis Professionals (ATP).

Sie kommen aus den Niederlanden, der Tschechischen Republik, Uruguay, Spanien, Portugal oder Großbritannien. Doch die meisten der Tennisspieler, die beim Tennis Open Turnier Meerbusch bei Grün-Weiß-Rot Büderich (Am Hülsenbusch 51) antreten, hatten keine weite Anreise. „Es ist praktisch, dass der letzte Tennis-Bundesligaspieltag am vergangenen Wochenende gespielt wurde. So konnten sie direkt aus Köln, Düsseldorf, Mönchengladbach oder Krefeld zu uns kommen“, sagt Turnierdirektor Marc Raffel.

Scott Griekspoor siegte gegen Sebastian Fanselow. Foto: RP/Stephan Frings/Mara

So stehen mit Matwe Middelkoop, Sander Arends (beide Niederlande), Hans Podlipnik-Castillo (Chile), Pedro Sousa (Portugal)und Henri Squire allein fünf Aktive des Düsseldorfer Rochusclubs und mit Jan Choinski (Großbritannien) und Adam Pavlasek (Tschechien) zwei Kölner in der Teilnehmerliste.

Lucas Gerch gewann überraschend gegen Vaclav Safranek. Foto: RP/Stephan Frings/Mara

Eigentlich sollten es drei Kölner sein, aber Dustin Brown musste verletzungsbedingt (Rückenprobleme) absagen. „Schade, Dustin hat in den letzten Jahren eine innige Beziehung zum Turnier in Meerbusch aufgebaut“, sagt Raffel. „Das zeigt sich dadurch, dass er sich zur Business Night am Donnerstag angesagt hat.“

Brown machte einen Platz im Hauptfeld frei, den Louis Wessels einnahm. So brauchte er die Wildcard des Deutschen Tennis Bundes (DTB) nicht, die wurde an Henri Squire weitergegeben. Dessen Wild Card für die Qualifikation erhielt Mats Rosenkranz. Wie sich herausstellte war das eine gute Wahl, denn der Essener bezwang den Belgier Michael Geerts mit 2;6, 6:3, 6:4 und steht in Runde eins des Hauptfeldes.

In dieser Runde eins stehen insgesamt 48 Tennisspieler, so viele wie nie zuvor im Meerbusch. „Die ATP hat für Challenger Turniere die Bestimmungen geändert. Früher gab es ein 32er Hauptfeld und eine 16er Qualifikation, die bereits zwei Tage vor der ersten Runde begann,“ sagt Raffel. „Jetzt gibt es nur zwei Qualifikationsspiele, die am Montagvormittag gespielt werden, sozusagen gemeinsam mit der ersten Runde des Hauptfeldes.“

Das führte am Montag dazu, das bereits um 10 Uhr die ersten Bälle mit für „normale“ Tennisspieler unvorstellbarer Geschwindigkeit über die Netze gedroschen wurden, denn 14 Matches standen auf dem Tagesprogramm.

Unter anderem waren auch einige junge Deutsche zu sehen. Kai Breitbach (TC GW Oberkassel), der eine Wild Card vom Turnierdirektor erhalten hatte, bewies, dass Raffels Wahl richtig war. Der 21-Jährige aus Düsseldorf bezwang den in Köln geborenen Serben Pavle Daljev 6:1, 7:5.

Sowieso legt Raffel ein besonderes Augenmerk auf junge deutsche Spieler. Mit Squire (18 Jahre), Daniel Altmaier (20), Johannes Haerteis (23), Benjamin Hassan (24), Breitbach (21), Rosenkranz (20), Lucas Gerch (24) und Wessels (20) stehen einige „Einheimische“ mit jeder Menge Entwicklungspotenzial auf den Courts bei Grün-Weiß-Rot.

Dazu kommen noch Julian Lenz (26) und Sebastian Fanselow (27) die ja auch noch nicht zum „alten Eisen“ zu zählen sind. „Junge Spieler brauchen Challenger Turniere, um sich an das Niveau zu gewöhnen“, sagt Raffel. Der Turnierdirektor gibt seine Achtung vor Talenten auch dadurch Ausdruck, dass er zum Beispiel den Kempener Altmaier am Dienstag am späten Nachmittag gegen den Spanier Carlos Taberner spielen lässt. Dann sind die meisten Zuschauer auf der Anlage.

Die 16 gesetzten Hauptfeld-Spieler wie Thomaz Bellucci, Pedro Sousa oder Jan Choinsky treten auf jeden Fall erst am Mittwoch an.

Mehr von RP ONLINE