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Meerbusch: Spitzenplatz bei Einbrüchen

Meerbusch : Spitzenplatz bei Einbrüchen

Am Mittwoch lädt die Rheinische Post um 19 Uhr zu einer öffentlichen Diskussion zum Thema: "Wie sicher ist Meerbusch?" ein. Mit dabei ist auch der stellvertretende Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft.

belegt nicht nur bei der Zahl der Millionäre einen Spitzenplatz, sondern auch bei den Einbrüchen. 268 Taten zählte die Polizei 2010. Zwar wird rein zahlenmäßig in den umliegenden Großstädten deutlich mehr eingebrochen. In Düsseldorf waren es beispielsweise 2631 Delikte.

Doch betrachtet man die Zahl der Einbrüche pro 1000 Einwohner, ergibt sich ein anderes Bild: Meerbusch liegt mit (im vergangenen Jahr) 4,95 Einbrüchen pro 1000 Bürgern in der Region auf einem Spitzenplatz. Düsseldorf kommt auf 4,48 Delikte, die Nachbarstädte Neuss und Krefeld lediglich auf 3,54 und 2,93. Auch Mönchengladbacher leben deutlich sicherer mit drei Einbrüchen pro 1000 Bürger. In der offiziellen Polizeistatistik tauchen solche Vergleiche nicht auf.

Ein Experte, dem diese Meerbuscher Besonderheit sofort aufgefallen ist, ist Peter Feldbrügge. Der 52-Jährige arbeitet als Einsatztruppleiter zur Bekämpfung der Straßenkriminalität in Geldern. Außerdem ist er stellvertretender Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft. In dieser Funktion wird er am Mittwoch an der Diskussion der Rheinischen Post bei Mönter in Osterath teilnehmen (siehe Kasten).

Sisyphusarbeit für die Polizei

Die Jagd nach Einbrechern in ländlichen Gebieten kennt Peter Feldbrügge als "Sisyphusarbeit" – schließlich kann man nicht neben jedes für Einbrecher interessante Objekt einen Polizisten stellen. Bei der Diskussion wird der Beamte von seinen Erfahrungen im Kampf gegen Einbruchskriminalität am Niederrhein berichten. Er setzt unter anderem auf deutlich sichtbare Polizeipräsenz – gerade auch zu untypischen Zeiten, beispielsweise auch durch vermehrte Geschwindigkeitskontrollen. Die Forderung von Bürgern nach den Brandanschlägen auf Autos in Osterath, dort nachts den kommunalen Ordnungsdienstes einzusetzen, sieht er kritisch. So etwas sollte nur passieren, wenn die Polizei dazu rate.

Für völlig verfehlt hält der Polizeigewerkschafter die 2006 eingeführte Meerbuscher Praxis, in Nächten der Wochentage die Straßenbeleuchtung der Wohngebiete stundenweise abzuschalten, um Energie zu sparen. Wer das Nachtlicht abschalte, müsse sich über vermehrte Einbrüche nicht wundern.

Nach Feldbrügges Erfahrung sind es weniger die organisierten, externen Banden, die für die Einbrüche verantwortlich sind, als vielmehr Einbrecher aus der Region: "Im Schnitt 70 Prozent der Einbrecher stammen aus der Tatortgemeinde". Von Feldbrügge darf man auch deutliche Worte zur Personalsituation der Polizei erwarten. Angesichts des gestoppten NRW-Haushalts verzögere sich etwa die Beförderung von 1000 Beamten.

(RP)