Meerbusch: Spiel

Meerbusch: Spiel

Eigentlich wollte Christina Beyerhaus eine Auszeit nehmen. Doch jetzt bietet die namhafte Schauspielerin aus Osterath in ihrer Drehpause einen Workshop für Kinder an und weiht sie in die Geheimnisse der Theaterwelt ein.

Als sie vor der Klassenlehrerin ihrer Tochter stand und unbedingt bei der Aktion Zirkusschule mithelfen wollte, da wusste Christina Beyerhaus, dass es wieder so weit war. „Ich kann halt nicht lange still sitzen.“ Und so hat sich die Schauspielerin in ihrer drehfreien Zeit gleich wieder Arbeit aufgehalst. „Naja, Arbeit kann man das nicht nennen, mir macht das riesigen Spaß.“ So war es zumindest vor zwei Jahren, als die Meerbuscherin zum ersten Mal mit Kindern ihren Schauspiel-Workshop gemacht hat.

Klar, dass sie jetzt nicht lange gezögert hat: Nach dem Dreh der 22-teiligen ZDF-Vorabendserie „Liebe am Gardasee“ und einer Rosamunde-Pilcher-Verfilmung ist sie nun wieder in Meerbusch – und hat sich zu einem zweiten Workshop entschlossen: Auch diesmal können Kinder bis 15 Jahren bei Beyerhaus in einem Intensiv-Kursus die Grundlagen des Schauspiels lernen. Sie trainieren Figuren, Stimme, und Theaterspiele, aber auch die richtige Atmung und Körperwahrnehmung. „Zum Abschluss führen wir vor den Eltern ein kleines Theaterstück auf.“ „Die wilden Hühner“ hat sie sich ausgesucht, ein Stück über zwei rivalisierende Kinderbanden.

Beibringen kann die 31-Jährige dem Nachwuchs jede Menge: Ihre dreijährige Ausbildung hat Beyerhaus an einer Kölner Schauspielschule absolviert, danach ging es stetig bergauf mit der Karriere: Am Düsseldorfer Schauspielhaus hat sie Theater gespielt, und in Kaya Yanars Comedy-Serie „Was guckst Du?“ mitgewirkt. „Comedy macht mir sehr viel Spaß.“ Obwohl – die Rolle einer Tatort-Kommissarin wäre auch nicht zu verachten. Oder wie Veronica Ferres die Hauptrolle in einem Drama aus der deutschen Nachkriegsgeschichte spielen. Traumrollen hat sie noch jede Menge.

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Dabei kann die zierliche blonde Frau bereits beachtliche Erfolge vorweisen, mittlerweile ist sie restlos ausgebucht, zu Hause stapeln sich derzeit neue Drehbücher. Viel Arbeit, wenig Zeit – so sieht Christine Beyerhaus Leben aus. „Wenn ich nach einem Zwölf-Stunden-Dreh Feierabend habe, warten Textbücher auf mich.“ Ständig ist sie auf Reisen, zu den verschiedenen Drehorten, Zeit für sich hat sie selten.

Ganz bewusst hat sich die Mutter einer elfjährigen Tochter deshalb eine Auszeit genommen. Für die Familie. Aber dann hat sie doch wieder die Lust am Spielen gepackt. „Die Workshops mit den Kindern machen viel Freude“, sagt sie. „Sie sind alle so begeistert bei der Sache.“ Kinder, sagt sie, könnten sich noch völlig in eine Rolle stürzen. „Die haben den Kopf frei, keine Verantwortung, keine Sorgen.“ Dabei könnte sie jetzt eigentlich genau so abschalten. Eine Pause hätte sie sich verdient. Wenn die Arbeit nur nicht so viel Spaß machen würde. . .

(RP)
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