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Meerbusch: SPD: Für zweite Gesamtschule kämpfen

Meerbusch : SPD: Für zweite Gesamtschule kämpfen

Jürgen Niederdellmann hatte extra seine alte Mappe mitgebracht. Auf einem Aufkleber steht da: "Jetzt für die Meerbuscher Gesamtschule bewerben!", und sie erinnert ihn an die Zeit, als er mit dem Stadtverband der Meerbuscher SPD für diese Schulform kämpfte.

Auch bei der SPD-Infoveranstaltung zum Thema "Schulfrieden im Land — wann bekommt Meerbusch eine zweite Gesamtschule?" im Osterather Hof war er bereit, die Gesamtschule gegen alle Angriffe zu verteidigen — doch das war gar nicht nötig. Es musste nicht diskutiert werden, schnell waren sich alle Anwesenden einig, dass eine zweite Gesamtschule die "perfekte Lösung für Meerbusch" wäre. Denn allein im vergangenen Jahr mussten an der Maria-Montessori Gesamtschule in Büderich 96 Schüler abgelehnt werden.

"Bildungsgänge mit Abituroption werden bevorzugt", begründete SPD-Stadtverbandsvorsitzender Alexander Jankowsky den Andrang. Somit hatte er schon früh das Hauptargument gegen eine Sekundarschule ausgesprochen, die als zweites Schulmodell für Meerbusch in Frage käme. Denn die hat keine Oberstufe und muss deshalb mit einer weiterführenden Schule kooperieren, die alle qualifizierten Schüler nach der 10. Klasse aufnimmt. Undenkbar bei der ohnehin stark nachgefragten Gesamtschule in Büderich.

Franz Woestmann, Vorsitzender im Personalrat Gesamt- und Gemeinschaftsschulen, deckte weitere Mängel auf: "Genau wie bei der Gesamtschule müssen in der Sekundarschule 44 Prozent des Kollegiums Gymnasiallehrer sein. Allerdings gibt es keine Oberstufe, und Qualifikationen der Lehrer verfallen." Überfüllte Klassen? Lehrermangel? Schulwechsel? Denn letzteres wäre nötig, wenn die Schüler der Sekundarschule das Abitur erreichen wollen.

Gegen diese Punkte wollen die Meerbuscher Sozialdemokraten nun ins Feld ziehen. Nach neuen Vorgaben über das bestehende Angebot sind nur 100 Anmeldungen nötig, nicht mehr 112, um den Bedarf für eine zweite Gesamtschule zweifelsfrei zu ermitteln. "Und Nachfrage wird ja auch durch das Angebot generiert", ergänzte Jankowsky. Nun gilt es, die Eltern zu informieren, bevor eine Befragung durchgeführt werden kann.

"Man muss besonders mit den Eltern der Grundschüler sprechen", erklärte Petra Stecher, Elternsprecherin der Schulpflegschaften Meerbusch. Als Mutter lag es ihr am Herzen, dass Kindern der Schulwechsel erspart bleiben sollte. "Wir müssen auf die Straße gehen", fasste Ilse Niederdellmann, Fraktionsvorsitzende der SPD im Stadtrat, die Beschlüsse zusammen. Ihr Mann Jürgen jedenfalls ist bereit: "Auch als Opa würde ich jederzeit wieder für eine Gesamtschule in Meerbusch kämpfen."

(RP)