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Meerbusch: Spannung am Schützplatz

Meerbusch : Spannung am Schützplatz

Zweieinhalb Stunden lang begleiteten die Meerbuscher Lokalpolitiker gestern Abend die einlaufenden Zahlen der Wahlbezirke am Dr.-Franz-Schütz-Platz. In Meererbusch wurde die FDP stärkste Kraft.

BÜDERICH Der Meerbuscher Wahlabend begann gestern Punkt 18 Uhr mit langen Gesichtern bei der CDU. Konsterniert betrachteten die Wahlsiege gewohnten Lokalpolitiker der Union, wie auf der Leinwand am Dr.-Franz-Schütz-Platz die für die NRW-Christdemokraten desaströsen Prognosen abliefen. Den Kontrast konnte man einen Stehtisch weiter erleben. "Wunderbar! Endlich können wir uns mal über ein Ergebnis richtig freuen." Meerbuschs SPD-Chefin Heidemarie Niegeloh strahlte.

Zweieinhalb Stunden lang verfolgten Politiker und Verwaltungsmitarbeiter, wie Ergebnisse der 24 Meerbuscher Wahlbezirke eintrudelten. Einen bitteren Vorgeschmack für die Union brachte der erste ausgezählte Bezirk: Lötterfeld. 2010 dominierte die CDU dort bei den Zweitstimmen locker mit acht Prozent Vorsprung vor der SPD. Gestern war das Bild umgekehrt. 38,8 Prozent für die Genossen, nur 28,3 für die CDU. Um 20.32 Uhr meldete schließlich mit Osterath Mitte/Süd der letzte Bezirk seine Zahlen. Aus dem dortigen Drei-Prozent-Vorsprung der CDU von 2010 war ein Gleichstand geworden. Etwas kurios: Exakt jeweils 352 Bürger stimmten dort für CDU und SPD. "Wir konnten uns dem Landestrend nicht entziehen", kommentiert Meerbuschs CDU-Fraktionschef Werner Damblon das Ergebnis von 31,7 Prozent Zweitstimmen.

Freude bei der FDP um Fraktionschefin Gesine Wellhausen. Nicht nur wegen des Landesergebnisses des Neu-Meerbuschers Christian Lindner. Auch wegen des Abschneidens vor Ort: Die FDP steigert sich in ihrer Hochburg Meerbusch bei den Zweitstimmen von 12,8 auf 17,9 Prozent. Im noblen Meererbusch gelingt es den Liberalen sogar, stärkste Kraft zu werden (38,2 Prozent, CDU: 36,7).

Aus den Reihen der Union wurde zur Erklärung auf "taktische Zweitstimmen" von CDU-Stammwählern hingewiesen, die die FDP im Landtag halten wollten. Bürgermeister Dieter Spindler (CDU) macht zum Beleg auf die auffallend hohen Unterschiede zwischen Erst- und Zweitstimmen bei Union und FDP in Meerbusch aufmerksam.

Bei der FDP bestreitet man das taktische Vorgehen vieler Wähler nicht, verweist aber auch auf das gute Abschneiden von Direktkandidat Bernd Schumacher-Adams, der 10,6 Prozent holte und das 2010er Ergebnis von Jan Cwik (5,8 Prozent) fast verdoppelte. Grünen-Fraktionschef Jürgen Peters musste einen Verlust von 2,3 Punkten verkraften, zeigte sich aber zufrieden mit dem Landesergebnis seiner Partei.

(RP)