Meerbusch: Sorge um Meerbuschs Schwalben

Meerbusch : Sorge um Meerbuschs Schwalben

Immer seltener werden die Vögel gesichtet, die den Sommer ankündigen. Jetzt ruft der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) die Meerbuscher erstmals zu einer Schwalben-Zählaktion auf.

Erst waren es die Spatzen, die sich immer seltener blicken ließen. Jetzt sorgen sich Naturschutzverbände wie BUND und Nabu um die Schwalben in der Region. "Zählungen in einzelnen Städten des Rhein-Kreises, beispielsweise in Dormagen oder Korschenbroich, haben Populationsrückgänge in alarmierendem Ausmaß gezeigt", berichtet Astrid Hansen von der Meerbuscher Ortsgruppe des BUND. Die Schwalbenpopulation sei dort gegenüber dem Jahr 2002 um 80 bis 90 Prozent zurückgegangen. "Es wird immer schwieriger, geeignete Brutplätze zu finden. Zum Beispiel ist für die Rauchschwalbe in vielen Ställen keine Einflugmöglichkeit mehr vorhanden", erklärt Hansen. "Umfangreiche Sanierungen von Häusern erschweren es den Tieren zusätzlich, Nester anzulegen, da glatte Fassaden ungeeignet sind."

Eigener Beobachtungsbogen

Die Naturschützer appellieren jetzt erstmals an die Meerbuscher, Schwalben und Mauersegler zu zählen, haben dazu einen speziellen Beobachtungsbogen entwickelt. "Durch dieses Projekt soll ein Überblick über die restliche Populationsgröße von Mehlschwalben, Rauchschwalben und Mauerseglern gewonnen werden", erklärt Hansen. "Zusammen mit Hausbesitzern und Landwirten wollen wir versuchen, die Nistmöglichkeiten zu verbessern."

Mit einer einmaligen Zählung ist es allerdings nicht getan: "Um eine Entwicklung darstellen zu können, planen wir eine erneute Beobachtung im folgenden Jahr", kündigt Astrid Hansen an.

In dem Beobachtungsbogen lassen sich Mehlschwalben, Rauchschwalben und Mauersegler eintragen sowie Hinweise auf Brutstätten in Meerbusch geben. Alle drei Vogelarten sind in unserer Gegend heimisch. Wie heimisch, zeigt sich bereits am Namen: Die Rauchschwalbe heißt so, weil sie früher gern in Schornsteinen und Rauchfängen brütete. Sie sind am ehesten morgens bei milder Witterung zu sehen. Die Männchen sitzen oft auf Leitungen oder Dächern.

Was viele Landwirte und Hausbesitzer nicht wissen: Die Nester der kleinen Koloniebrüter sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützt und dürfen grundsätzlich nicht beschädigt oder abgeschlagen werden. Auch der Zugang zu bestehenden und genutzten Nestern darf nicht versperrt werden.

(RP/url)