Meerbusch: So viel Hightech steckt im Kreis

Meerbusch: So viel Hightech steckt im Kreis

Bei einer Untersuchung zu Unternehmens-Gründungen im "Technologie- und wissensintensiven Umfeld" schneiden die Kreiskommunen überdurchschnittlich gut ab.

In Sachen Hightech-Gründungen müssen sich die acht Kommunen des Rhein-Kreises nicht verstecken. Laut einer bundesweiten Untersuchung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform zu Unternehmens-Gründungen im "Technologie- und wissensintensiven Umfeld" schneiden sie im Fünfjahreszeitraum 2012 bis 2016 überdurchschnittlich gut ab. Gemeint ist der Hightech-Sektor, dazu zählt die Studie beispielsweise optische, pharmazeutische und elektronische Industriezweige sowie Dienstleistungen, wie sie etwa von Ingenieurbüros erbracht werden.

Im Ranking aller rund 400 kreisfreien Städte und Landkreise nimmt der Rhein-Kreis Neuss derzeit allerdings keine Spitzenposition ein. Er rangiert mit einer Quote von 6,7 Prozent (Anteil an allen Gründungen) auf Rang 158 und damit am Ende des oberen Drittels. Bei gesonderter Betrachtung der Städte und Kreise speziell am Niederrhein liegen die Unternehmen aus den acht Kommunen zwar im oberen Feld, aber unter anderem hinter denen aus Krefeld (7,0 Prozent).

Und was ist mit der großen Nachbarstadt auf der anderen Rheinseite? Auch Düsseldorf ist von einer Top-Platzierung weit entfernt, rangiert mit einer Quote von 7,5 Prozent am Ende des oberen Viertels auf Platz 101. "Erzrivale" Köln weist eine bessere Quote auf (9,6 Prozent), ebenso Bonn (8,8 Prozent). Die Städteregion Aachen kommt sogar auf 10,7 Prozent: Jede zehnte Gründung findet dort also im Hightech-Sektor statt. André Becker, Mitglied der Geschäftsleitung der Creditreform Düsseldorf Neuss, ordnet das gute Abschneiden der hiesigen Wirtschaftsregion (zu der er auch Düsseldorf zählt) so ein: "Gute Bedingungen für Hightech-Gründungen gibt es vor allem in Städten mit einschlägigen Hochschulen und wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen, einem wachsenden Potenzial an Erwerbspersonen und bereits bestehenden Branchenclustern." Insofern sei es folgerichtig und nicht verwunderlich, dass die Region überdurchschnittliche Werte in der deutschlandweiten Studie aufwiesen. Nur reicht es eben nicht für eine Positionierung in der länderübergreifenden Spitzengruppe.

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Dirk Brügge, Kreisdirektor und Wirtschaftsdezernent, kommentiert das Studien-Ergebnis wie folgt: Dass man der stärkste Standort ohne eigene staatliche Hochschule sei und auch Hochschulstandorte wie Bielefeld und Dortmund hinter sich gelassen habe, sei ein deutliches Zeichen dafür, dass der Rhein-Kreis Neuss für Hightech-Gründungen attraktiv sei. "Die Innovations- und Forschungszentren von Konzernen wie 3M oder Yanfeng und innovative Cluster wie die Chemie und die Lebensmittelindustrie im Rhein-Kreis Neuss haben eine große Anziehungskraft." Die Ansiedlung von Hightech-Unternehmen und Startups habe in der Kreis-Wirtschaftsförderung eine "prioritäre Rolle" übernommen. "Diese Betriebe bilden schließlich die Wirtschaft von morgen", so Brügge. Als Beispiele für das Engagement nennt er die Weiterentwicklung des "Startercenters", den "Gründertag" sowie die Erstellung eines Digitalisierungskonzepts für die Wirtschaft.

Laut Creditreform sind Jena, Karlsruhe und Darmstadt "Deutschlands Hochburgen" für Hightech-Gründungen. Im Fünfjahreszeitraum lag der Anteil von Hightech-Unternehmen an allen Gründungen in diesen Städten zwischen 13,3 und 16,3 Prozent.

(RP)
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