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Meerbusch: SMG-Rektor wechselt zur Bezirksregierung

Meerbusch : SMG-Rektor wechselt zur Bezirksregierung

Stefan Holtschneider, Leiter des Städtischen Meerbusch-Gymnasiums, wird Dezernent der Bezirksregierung. Und zwar bereits im Februar. Schüler und Eltern des SMG sind geschockt

Nach nur drei Jahren ist Stefan Holtschneider wieder dabei, seine Kartons zu packen. Denn der Schulleiter des Städtischen Meerbusch-Gymnasiums wird in den nächsten Tagen nach Düsseldorf abberufen - zur Bezirksregierung. Dort soll er als Schul-Dezernent den Fachbereich Kunst übernehmen. Und das wohl schon im Februar. Auf die relativ kurzfristige personelle Veränderung reagierten zahlreiche Eltern, Lehrer und Schüler überrascht, teilweise auch mit Unmut. Denn Holtschneider habe frischen Wind an das Gymnasium gebracht, viele Projekte angestoßen und das Schulleben verbessert.

"Wir waren relativ geschockt, als wir davon erfahren haben. Vor allem, da er uns so kurzfristig verlassen wird", sagt Michael Koch, Vorsitzender der Elternvertretung. "Aber was sollen wir machen. Da müssen wir uns fügen." Holtschneider hatte Anfang der Woche die Schule über seine erfolgreiche Bewerbung bei der Bezirksregierung in Kenntnis gesetzt. Dies sorgte gerade bei seinen Anhängern für große Bestürzung. Auch viele Schüler bedauern den Weggang. "Einerseits freuen wir uns für ihn, da es eine große Chance für ihn ist. Andererseits fühlen wir uns auch ein Stück weit im Stich gelassen", sagt Schülersprecherin Pauline Brockers. Holtschneider sei den Schülern gegenüber sehr aufgeschlossen gewesen. "Er hatte immer ein offenes Ohr für uns und hat in den vergangenen drei Jahren viel verändert", sagt die 16-Jährige. Etwa seien Arbeitskreise ins Leben gerufen worden, auch für eine neue Schulhofgestaltung habe er sich sehr eingesetzt. "Leider wird er diese Projekte jetzt nicht fortführen", sagt Pauline Brockers.

Und genau mit dieser Meinung steht die Schülerin nicht alleine da. Denn aus Kreisen der Schüler und Eltern wurde vermehrt die Kritik laut, dass Projekte zwar angestoßen worden sind, aber nun nicht zu Ende gebracht werden. Bedenken, dass diese jetzt somit im Sande verlaufen, wischt Koch jedoch beiseite. "Die Leute, die sich bisher engagiert haben, werden das auch weiterhin machen", sagt er. "Es ist nur sehr schade, da Holtschneider vieles angestoßen hat, was sich teilweise noch im Entstehungsprozess befindet. Und er hätte wahrscheinlich noch mehr angestoßen."

Holtschneider selbst betont, dass er sich in Meerbusch sehr wohl gefühlt hat. "Ich wäre gerne länger geblieben, auch wenn ich mich auf meine neue Herausforderung freue", sagt der 46-Jährige, der nun weiter die Karriereleiter hinausklettern wird. "Der Zeitpunkt ist für mich eigentlich auch zu früh, aber es hat sich jetzt die Chance ergeben." Dennoch ist er stolz darauf, was sich in den vergangenen drei Jahren am SMG verändert hat. "Neben einigen Projekten habe ich dafür gesorgt, dass es mittlerweile flache Hierarchien gibt.

Für Holtschneider wird künftig Dorothee Schiebler, stellvertretende Rektorin, kommissarisch die Leitung übernehmen. Über die Suche nach einem Nachfolger wollte sich die Bezirksregierung derzeit nicht äußern.

(RP)