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Meerbusch: SMG: "Ära Keusen" ist zu Ende

Meerbusch : SMG: "Ära Keusen" ist zu Ende

Ein "Kümmerer" geht in den Ruhestand: Nach neuneinhalb Jahren als Schulleiter des Meerbusch-Gymnasiums wurde Ulrich Keusen gestern mit einem Festakt in die passive Phase der Altersteilzeit verabschiedet. Er hat am SMG Spuren hinterlassen.

Einen Festakt mit "viel Musik und wenig Aufhebens" hatte sich Ulrich Keusen zum Abschied als Schulleiter des Meerbusch-Gymnasiums (SMG) gewünscht. Viel Musik gab's dann auch. Aber natürlich nahmen Schüler, Eltern, Kollegen und Schulträger die Gelegenheit wahr, Keusens Leistungen gebührend zu würdigen. In den neuneinhalb Jahren unter seiner Regie hat sich das SMG verändert.

Das kann man schon baulich sehen: Es kamen Caféteria, Mensa und Literaturstudio hinzu. Pädagogisches Zentrum, Naturwissenschatliche Räume und Toiletten wurden renoviert sowie neue Fenster eingesetzt (allein 1,22 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II flossen in die Schule). Der Naturwissenschaftler mit christlichen Wurzeln brachte das Lehrer-Raum-Konzept auf den Weg und setzte sich dafür ein, dass die Schule ein Stück Berliner Mauer bekam. Es steht seit dem Sommer am Rand des Schulhofs.

"Ulrich Keusen ist ein Kümmerer. Unter ihm hat sich die Schule zu einem vorbildlichen Lernort entwickelt, wo nicht nur gelernt wird, sondern die Schüler auch aufs Leben vorbereitet werden", so Schuldezernentin Angelika Mielke-Westerlage. "Durch Sie hat die Schule ein Gesicht, einen Wert in der Stadt bekommen", unterstrich Schulpflegschaftsvorsitzende Cornelia Löbhard-Mann.

Sie erzählte, wie unter Keusen die Kommunikation via E-Mail zwischen Schulleitung und Eltern Einzug gehalten habe und der in Ilverich wohnende Schulleiter für die Schulpflegschaft auch am Wochenende erreichbar gewesen sei: "Nach einem Komplettausfall von Strom und Heizung ist es uns innerhalb von zehn Stunden gelungen, bekannt zu machen, dass der Unterricht am nächsten Tag ausfällt". Nur zwei Schüler und ein Lehrer hätten trotzdem am Folgetag vor dem Schultor gestanden.

Ulrich Keusen blickte auch auf die ihn prägenden 18 Jahre am Düsseldorfer Humboldt-Gymnasium und die acht Jahre zurück, in denen er die Büdericher Maria-Montessori-Gesamtschule unter dem dortigen Schulleiter Ben Davids mit aufbaute: "Lehrer ist für mich ein Traumberuf, für den ich mich jederzeit wieder entscheiden würde". Applaus kam auch von Keusens Nachfolger Stefan Holtschneider, der aus Dinslaken zurück nach Meerbusch wechselt.

Zum Abschluss gab ein Chor aus Schülern aller Stufen dem künftigen Ruheständler einen musikalischen Rat mit auf den Weg: "Probier's jetzt mit Gemütlichkeit".

(RP/rl)