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Meerbusch: Sicherheit: "Bürgerwehr ist keine Lösung"

Meerbusch : Sicherheit: "Bürgerwehr ist keine Lösung"

Dass Meerbuschs Ruf als Stadt der Millionäre gleichsam ein Fluch sei und Kriminelle anlocke, so weit wolle er nicht gehen, sagte Bürgermeister Dieter Spindler im RP-Gespräch. Gleichwohl wisse er, dass die überwiegend wohlhabenden Bürger in der Stadt für Einbrecher einen Reiz ausübten. "Das sind Profis" sagt Spindler. Sein Haus sei noch nicht Ziel von Einbrechern geworden, aber er habe Bekannte, die solch unliebsamen Erfahrungen bereits haben machen müssen. "Ich weiß, dass es dabei nicht nur um Materielles geht, sondern auch das Eindringen in die Privatsphäre den Menschen zu schaffen macht", erklärt Spindler.

Die Polizei sieht er gut aufgestellt. "Wir sind regelmäßig im Gespräch und handeln als Ordnungspartner", berichtet der Christdemokrat. Bei Veranstaltungen wie Schützenfesten und Winterwelt werde bereits im Vorfeld alles Nötige abgestimmt. Die Forderung, städtische Mitarbeiter des Ordnungsamtes sollten nachts Streife laufen, könne er nicht unterstützen. "Dafür sind unsere Leute nicht ausgebildet. Die Straftäter wehren sich, und er könne niemanden seiner Bediensteten in solche Auseinandersetzungen schicken. Als Jura-Student sei er im Rahmen seiner Ausbildung mit der Polizei unterwegs gewesen, und er wisse, dass es zu gewalttätiger Konfrontation kommen könne.

Auch Hilfe zur Selbsthilfe in Form einer Bürgerwehr lehne er ab. Dass sei nicht hilfreich. "Ich weiß, dass die Polizei mit großer Intensität ermittelt, um zum Beispiel die Verursacher der Serie der Brandstiftungen in Osterath zu finden", sagt Spindler. Kriminalität in Meerbusch sei mehr als die Einbrüche, und darauf reagierten Kommune und Polizei partnerschaftlich. So seien Seniorenberater für alle Stadtteile geschult worden, um Aufklärung zu leisten und unter anderem vor dem so genannten Enkeltrick zu warnen, bei dem vor allem ältere Menschen betrogen würden.

Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit seien wichtige Themen, um die Meerbuscher über Risiken und Vorgehensweisen von Straftätern zu informieren. Gute alte Praktiken wie nachbarschaftliche Unterstützung und Aufmerksamkeit seien geeignet, um die Sicherheit in Wohngebieten zu erhöhen.

In Firmen und Einkaufszentren seien es auch private Sicherheitsdienste, die sich kümmerten. Die Stadt habe das Büdericher Unternehmen Protection One mit der Überwachung der Schulen beauftragt. Das sei für Privathaushalte sicherlich ein zu hoher Kostenfaktor. Stattdessen bewähre es sich, mehrfach verriegelte Türen und Fenster einzubauen. Darüber berieten die Beamten des Kommissariats Vorbeugung.

Die Redaktion Meerbusch der Rheinische Post lädt für heute ab 19 Uhr zur Moment-Mal-Aktion "Wie sicher ist Meerbusch?" ins Kunstkabinett Konrad Mönter am Kirchplatz 1-5 in Osterath ein.

(RP)