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Meerbusch: Shuffleboarder sind auf Hallensuche

Meerbusch : Shuffleboarder sind auf Hallensuche

Bei Stefan Raabs "Schlag den Raab" haben sie schon mitgemacht. Sie stellen aktuell den Drittplatzierten in der Herren-Weltrangliste, und der deutsche Verband wurde von ihnen in Osterath gegründet. Die Shuffleboard-Abteilung des OSV Meerbusch hat bereits Geschichte in der seltenen Sportart geschrieben.

Doch jetzt haben sie ein Problem. Seit 2006 bemühen sich die rund 20 Meerbuscher Mitglieder, das Spiel zu praktizieren und bekannter zu machen. Besonders auffällig geht es dabei in letzter Zeit in Osterath zu. Im leerstehenden Raum neben der Q1-Tankstelle im ehemaligen Spielwarengeschäft Linssen in Osterath haben die Shuffleboarder zwei Spielbahnen aufgebaut. In großen Buchstaben wirbt ein Spruchband bereits für die "Meerbuscher-Shuffleboard-Open" 2012 in der Sporthalle der Barbara-Gerretz-Schule.

Das Dauerproblem seit fünf Jahren: Die Sportler finden keine geeignete Halle, in der sie dauerhaft ihre 16-Meter-Bahnen aufbauen und bleiben können. "Und hier müssen wir bald wieder raus", sagt Sebastian Runge. Spielt die Gruppe im Sommer in privaten Gärten, war die Möglichkeit, die Halle an der Meerbuscher Straße zu nutzen, ein guter Winterspielplatz. "Das hat uns Kulles-Zweirad-Shop, der hier hineingeht, erlaubt", so Runge. Jetzt ist die Zeit allerdings um, die Meerbuscher Sportler müssen ihre Bahnen wieder zusammenklappen und weiterziehen.

Dabei ist Shuffleboard eine eher ruhige Sportart. So ruhig, dass sie eigentlich ein Rentner-Hit auf der halben Welt ist. "Shuffleboard kommt aus Nordamerika", sagt Runge, Leiter der OSV-Shuffleboard-Abteilung. In den USA und Kanada hat Shuffleboard unter Senioren den Stellenwert von Boule, Bingo oder Kegeln — ganz hoch also. Ähnlich dem Curling versuchen die Spieler mit Stäben, kleine Plastikscheiben über eine Distanz an den richtigen Stellen zu platzieren. Es geht immer Mann gegen Mann. Vier Scheiben hat jeder Spieler.

Rund fünf Minuten läuft ein Durchgang. "Deutsche Meisterschaften haben 16 Durchgänge", sagt Harald Bothmann, Spieler beim OSV. Nach Osterath ist Shuffleboard durch OSV-Mitglied Heinz-Dieter Hußmann gekommen. "Bei einem Türkei-Urlaub hat er das Spiel kennengelernt", so Runge. Er, Hußmann und andere OSV-Mitglieder gründeten am 25. Dezember 2005 den deutschen Shuffleboard-Verband GSA (German Shuffleboard Association) in Osterath.

"Der Sitz des Verbandes ist allerdings in Langenselbold, weil Heinz-Dieter mittlerweile dort wohnt", berichtet Runge. Mit 20 Mitgliedern stellt die Osterather Abteilung allerdings ein Sechstel des 120 Mitglieder zählenden deutschen Dachverbandes.

(RP)