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Meerbusch: Seit 125 Jahren wird im OTV geturnt

Meerbusch : Seit 125 Jahren wird im OTV geturnt

1893 gegründet, gilt der OTV als "älteste Bürgerinitiative" Meerbuschs. Der Verein ist Heimat von 2038 drei- bis 99-jährigen Sportinteressierten. Das große Jubiläumsfest findet in zwei Wochen statt.

 Ein Gruppenfoto aus dem Anfang der 1920-er Jahre
Ein Gruppenfoto aus dem Anfang der 1920-er Jahre Foto: OTV

Wer in der Festschrift zum 100-Jährigen des Osterather Turnverein 1893 (OTV) blättert, findet auch Beiträge, die sich mit der Zeit im Dritten Reich beschäftigen. Jetzt aber hat dieser Traditionsverein weitere 25 Jahre auf dem Buckel und Peter Dietz, OTV-Vorsitzender, fasst zusammen: "Wir sind stolz auf diesen gut aufgestellten Verein. Er ist immer mit der Zeit gegangen und so bieten wir Sportarten, die gefragt sind."

 Die Vereinsmeisterschaft im Jahr 1949
Die Vereinsmeisterschaft im Jahr 1949 Foto: OTV

Mit 2038 Mitgliedern Ende 2017 und Abteilungen für Badminton, Basketball, Gymnastik, Handball, Judo, Leichtathletik, Schießsport, Turnen, Volleyball, Reha-Sport und Kursangeboten steht der als "älteste Bürgerinitiative" Meerbuschs geltende Verein 125 Jahre nach der Gründung gut da.

 Der aktuelle Vorstand mit Peter Dietz (l.), Norbert Münks, Claudia Vogt, Peter Müller-Mannhardt und Ralf Petrich (re).
Der aktuelle Vorstand mit Peter Dietz (l.), Norbert Münks, Claudia Vogt, Peter Müller-Mannhardt und Ralf Petrich (re). Foto: OTV

Trotzdem gibt es Veränderungen, die sich nachteilig auswirken. "Wir hatten schon mal 2300 Mitglieder - immer zwischen drei und 99 Jahren", so Peter Dietz. Ein Grund für die leicht gesunkenen Zahlen sieht er in mangelnder Hallenpräsenz. So ist die Zweifachhalle in Strümp nach der Flüchtlings-Belegung noch nicht wieder nutzbar. Aber auch die veränderte Gesellschaft, das Überangebot für Kinder und Jugendliche auf anderen Ebenen, schmälert das Interesse am Vereinssport. "Selbst Zehnjährige wirken oft überfordert. Und wenn sie in den Badminton-Unterricht kommen, muss ich Rücksicht nehmen", sagt Bernhard Schatz, OTV-Beirat. Der Schulstress ist auch für die über 16-Jährigen Grund, sich seltener am Mannschaftssport zu beteiligen. "Und nach dem Abi sind sie weg. Unsere Sportler studieren in Lübeck, Rom, Valencia oder Los Angeles. Da ist der Weg zum Training weit", sagt Dietz. Ob einige der in der Region bleibenden jugendlichen Sportler lieber ein Fitness-Studios besuchen, ist fraglich. "Dort ist es vielleicht interessanter, aber so viele spannende Angebote für einen relativ geringen Beitrag gibt's nur bei uns", meinen Dietz und Schatz. Schließlich ist ein OTVler mit 48 Euro pro Kind und 72 Euro pro Erwachsener dabei.

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Teuer für den Verein wird es, wenn viele Mannschaften zu Wettkämpfen gemeldet werden: "Zum Glück springen auch Sponsoren ein." Um junge Leute auch als Trainer zu halten, werden sie in Verbänden ausgebildet und als B- oder C-Trainer zertifiziert: "Solche OTV-Eigengewächse sind für unseren Verein ein Qualitätsmerkmal, das auch Fördermittel vom Sportbund nach sich zieht." Dass Trainer aus den eigenen Reihen kommen, hat einen weiteren Vorteil: "Ihr Engagement lockt auch andere Sportinteressierte." Die klassischen Seniorenangebote des Vereins wie Turnen und Gymnastik einschließlich Reha- und Herzsport sind gut belegt.

Das Vereinsleben allerdings bleibt auf die Abteilungen beschränkt: "Wir haben kein Vereinsheim. Es fehlt ein Saal oder Ähnliches." Deshalb ist die Wunschliste zum 125-jährigen Geburtstag klar umrissen: "Es gibt zu wenig Hallen. Eine Zwei- oder Dreifachturnhalle für Osterath mit einer kleinen Tribüne wäre ideal." Aber es fehlt auch eine winterfeste Leichtathletikbahn. "Mit einer neuen Halle und einer Tartanbahn könnten wir auch die Sportinteressenten auffangen, die sich aus den neuen Wohngebieten melden. Wir würden gerne weiter wachsen", sagt Peter Dietz.

(RP)